Vatikanstadt

Vatikan-China-Deal: Zen wirft Parolin Manipulation vor

Kardinalstaatssekretär Parolin habe fehlerhafte Übersetzungen chinesischer Begriffe an den Vatikan weitergegeben und Kritik unterschlagen, um das Abkommen zwischen dem Vatikan und China durchzusetzen, behauptet Kardinal Zen.
Kardinal Zen ist als vehementer Gegner der vatikanischen China-Politik bekannt
Foto: Katharina Ebel (KNA) | Kardinal Zen ist als vehementer Gegner der vatikanischen China-Politik bekannt. Das Abkommen vom September 2018 über Bischofsernennungen in China ist bis heute nicht im Wortlaut veröffentlicht worden.

Der Hongkonger Kardinal Joseph Zen wirft Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin vor, Papst Franziskus im Umgang mit China „manipuliert“ zu haben. Dafür habe er Beweise, schreibt Zen in einem jüngst auf seiner Website veröffentlichten Brief an den Dekan des Kardinalskollegiums, Giovanni Battista Re, und die Kardinäle. Darin behauptet der 88-Jährige, dass Parolin fehlerhafte Übersetzungen chinesischer Begriffe an den Vatikan weitergegeben und Kritik unterschlagen habe, um das Abkommen zwischen dem Vatikan und China durchzusetzen.

"Ich habe Beweise dafür, dass Parolin den Heiligen Vater
manipuliert, der mir immer so viel Zuneigung zeigt,
aber meine Fragen nicht beantwortet"
Kardinal Joseph Zen

Wörtlich schreibt Zen in seinem Brief: „Ich habe Beweise dafür, dass Parolin den Heiligen Vater manipuliert, der mir immer so viel Zuneigung zeigt, aber meine Fragen nicht beantwortet.“ Damit reagierte Zen auf ein Ende Februar veröffentlichtes Schreiben von Kardinal Re, in dem er Zen deutlich für seine Position zum Abkommen zwischen der Kirche und der kommunistischen chinesischen Regierung kritisierte.

Kardinal Zen ist als vehementer Gegner der vatikanischen China-Politik bekannt. Das Abkommen vom September 2018 über Bischofsernennungen in China ist bis heute nicht im Wortlaut veröffentlicht worden. Vereinbart sein soll jedoch, dass der Vatikan Bischöfe auswählen darf, die dann vor ihrer Ernennung erst noch der Zustimmung der chinesischen Regierung bedürfen.

Re: Benedikt hat Abkommen zugestimmt

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Kardinal Re hatte in seinem Schreiben betont, dass auch die Vorgänger des amtierenden Papstes, Benedikt XVI. sowie Johannes Paul II., mit dem Abkommen einverstanden gewesen wären. Beide hätten den Dialog mit China bevorzugt, nicht die Konfrontation. Im Archiv des vatikanischen Staatssekretariats gebe es sogar Dokumente, die beweisen würden, dass Benedikt einem Entwurf des Abkommens zugestimmt habe.

Kardinal Zen wiederum forderte Re auf, ihm diese Dokumente vorzulegen, falls diese existierten. Offenbleiben würde jedoch weiterhin die Frage, so Zen, warum das Abkommen dann nicht früher unterzeichnet worden sei.

DT/mlu/KNA

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