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Parolin: Lob für Vatikan-China Beziehungen

Von stetig wachsendem Vertrauen zwischen dem Vatikan und China spricht Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin. Er sei zuversichtlich, die Wunden der Vergangenheit hinter sich lassen zu können.
Pietro Parolin lobt Verhältnis zwischen Vatikan und China
Foto: Paco Campos (EFE) | Kardinalstaatssekretär Parolin ist zuversichtlich, dass „eine neue Phase der umfassenden Zusammenarbeit zum Wohle der chinesisch-katholischen Gemeinschaft und zur Harmonie der Gesellschaft als Ganzes eingeläutet ...

Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin hat die Beziehungen zwischen dem Vatikan und China gelobt. Er sei zuversichtlich, dass „eine neue Phase der umfassenden Zusammenarbeit zum Wohle der chinesisch-katholischen Gemeinschaft und zur Harmonie der Gesellschaft als Ganzes eingeläutet werden kann“. Parolin äußerte sich gegenüber der englischsprachigen chinesischen Zeitung „Global Times“.

Parolin: Die Kommunikationskanäle funktionieren gut

Die Kommunikationskanäle würden gut funktionieren, so der 64-Jährige weiter. Man könne von stetig wachsendem Vertrauen zwischen beiden Seiten sprechen. „Wir müssen diesen Weg gemeinsam gehen, denn nur so werden wir in der Lage sein die Wunden und Missverständnisse der Vergangenheit zu heilen und hinter uns zu lassen.“ So könne man der Welt zeigen, dass man auch dann zu fruchtbaren Ergebnissen kommen könne, wenn die Positionen am Anfang ganz weit auseinander liegen.

Darüber hinaus betonte Parolin, dass Papst Franziskus der Dialog sehr am Herzen liege. Im Dialog gebe niemand seine Identität oder wesentlichen Standpunkte auf. China und der Heilige Stuhl, so der Vatikan-Diplomat, würden nicht über ihre unterschiedlichen Systeme diskutieren oder Fragen wieder aufwerfen, die der Vergangenheit angehören. „Stattdessen suchen wir nach praktischen Lösungen, die das Leben der Menschen betreffen, die ihren Glauben in Frieden leben und auf positive Weise für ihr Land da sein wollen.“

Parolin kann Kritik am Abkommen nachvollziehen

Angesprochen auf die Kritik, die dem Vatikan nach dem Abkommen mit China zu Bischofsernennungen im vergangenen September entgegenschlug, meinte Parolin, dass diese nach solch einer lange Phase des Konflikts nachvollziehbar sei. „Für mich ist es nur menschlich und christlich, Verständnis, Aufmerksamkeit und Respekt für diejenigen zu zeigen, die sich kritisch äußern.“

Gleichzeitig seien noch nicht alle Probleme zwischen den beiden Seiten gelöst. „Wir müssen noch einige Fragen klären und das gehen wir mit Entschlossenheit an“, so der Vatikan-Staatssekretär. Es gebe keine „Zauberformel“, um alle strittigen Fragen zu überwinden, doch sei man gewillt, die besten Lösungen für alle Beteiligten zu finden.

Immer wieder staatliche Sanktionen für die "Untergrundkirche"

In China leben geschätzt 13 Millionen Katholiken. Die „patriotischen Christen“ dürfen mit staatlicher Erlaubnis aktiv sein. Gegen die Mitglieder der romtreuen „Untergrundkirche“ kommt es immer wieder zu staatlichen Sanktionen. Der Vatikan und China hatten im September ein „vorläufiges Abkommen“ zur Ernennung von Bischöfen geschlossen. Papst Franziskus erkannte sämtliche regierungstreuen Bischöfe an, die ohne päpstliche Zustimmung geweiht worden waren.

DT/mlu/KNA

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