München

Kardinal Woelki bekräftigt "Nein" zur Frauenweihe

Die katholische Kirche könne nicht grundlegend neu über eine mögliche Zulassung von Frauen zu Weiheämtern diskutieren und abstimmen, so der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Gleichzeitig zeigte er Verständnis dafür, dass die Maßstäbe einer modernen Gesellschaft diesbezüglich nicht mit denen der Kirche übereinstimmen.
Woelki zur Frauenweihe
Foto: Andreas Arnold (dpa) | Man könne nicht einfach sagen, so Woelki: „Weil viele Menschen nicht mehr verstehen, was unseren Glauben, unsere Lehre ausmacht, müssen wir sie so anpassen, dass es die Leute nicht mehr irritiert.“

Der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki hat die ablehnende Haltung der katholischen Kirche zur Zulassung von Frauen zu Weiheämtern bekräftigt. Es gebe ein „klares, abschließendes Nein“ von Papst Johannes Paul II., das Papst Franziskus gerade erst wieder bestätigt habe. „Da sind wir nicht frei zu sagen: Wir diskutieren das grundlegend neu und stimmen dann ab“, erklärte der Kölner Erzbischof im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“.

"Dass Frauen nicht zum Priester geweiht werden können,
bedeutet keine Abwertung und nicht, dass sie einen
geringeren Anteil am Priestertum aller Gläubigen haben"
Kardinal Rainer Maria Woelki, Erzbischof von Köln

Gleichzeitig zeigte Woelki Verständnis dafür, dass sich die Maßstäbe einer modernen Gesellschaft und die der Kirche in dieser Frage „schmerzhaft stoßen“ würden. Man müsse sich aber immer wieder klarmachen: „Dass Frauen nicht zum Priester geweiht werden können, bedeutet keine Abwertung und nicht, dass sie einen geringeren Anteil am Priestertum aller Gläubigen haben.“ Es brauche nach Ansicht des Kölner Erzbischofs mehr Frauen in kirchlichen Leitungspositionen, „die dann auch Vorgesetzte von Priestern sind“. Der Stifterwille Jesu lasse aber keine Vollmacht und Handhabe, Frauen zu weihen.

Angesprochen auf den derzeit stattfindenden Reformprozess des Synodalen Wegs meint Woelki, dass es darum gehen müsse, die Lehre der katholischen Kirche tiefer zu durchdringen, auch wenn sich viele damit schwertun würden. „Unsere Herausforderung ist zu übersetzen, was wir vom Glauben her als wahr und richtig erkannt haben.“ Man könne nicht einfach sagen: „Weil viele Menschen nicht mehr verstehen, was unseren Glauben, unsere Lehre ausmacht, müssen wir sie so anpassen, dass es die Leute nicht mehr irritiert.“

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Woelki kann mit Einordnung als "konservativer Kardinal" wenig anfangen

Darüber hinaus erklärte Woelki, mit Einordnungen seiner Person als „konservativer Kardinal“ wenig anfangen zu können. Er versuche, sich mit seiner Gebrochenheit und seinen Widersprüchen am Evangelium auszurichten und dies jeden Tag einigermaßen zu leben. „Da wirke ich manchmal konservativ – und am nächsten Tag sind die Rechten empört, weil ich mich für Migranten einsetze, und sprechen mir das Katholischsein ab.“ Diese Spannung entstehe, wenn er sich an Christus zu orientieren versuche.

Auf die Frage, ob ihn nach dem Verzicht von Kardinal Reinhard Marx auf zweite Amtszeit die Aufgabe des Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz reizen würde, meinte Woelki: „Ich persönlich möchte mich auf die Herausforderungen konzentrieren, die sich mir als Erzbischof von Köln und als Kardinal der katholischen Weltkirche stellen.“

DT/mlu

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