Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Dei verbum

Kardinal Müller: Häretischen Bischöfen darf man nicht gehorchen

Mahnung vom Kardinal. Jeder Katholik ist verpflichtet, von der Wahrheit Zeugnis zu geben. Früherer Glaubenspräfekt verweist auf das jüngste Konzil.
Mahnung von Kardinal Gerhard Müller
Foto: Cristian Gennari (KNA) | Der emeritierte Präfekt der Glaubenskongregation mahnt, dass Katholiken häretischen Bischöfen nicht glauben dürfen.

Der vormalige Präfekt der römischen Glaubenskongregation, Kardinal Gerhard Kardinal Müller, unterstützt den Appell des australischen Kardinals George Pell an die Glaubenskongregation. „Pell ist voll im Recht, die Glaubenskongregation, an  ihre Verantwortung zu erinnern, in der Autorität des Petrusnachfolgers gegenüber der offenen Häresie des Deutschsynodalismus die Wahrheit des Glaubens und die Einheit der Kirche Christi zu sichern“, erklärte Müller am Donnerstag gegenüber dieser Zeitung.

Lesen Sie auch:

Verweis auf Konzil

Wer außer der Heiligen Schrift und der Apostolischen Tradition noch weitere Quellen der Offenbarungserkenntnis verbindlich den Gläubigen vorschreiben wolle, sei „vom katholischen Glauben abgefallen“, unterstrich der emeritierte Kurienkardinal mit Verweis auf das Konzilsdokument „Dei verbum“. Kardinal Pell, hatte in einem Interview mit dem katholischen Sender K-TV die vatikanische Glaubenskongregation ehemaliger Präfekt des vatikanischen Wirtschaftssekretariats,  aufgefordert, gegen die „pauschale und ausdrücklich Ablehnung der Lehre der katholischen Kirche zur Sexualethik durch Kardinal Jean-Claude Hollerich, Erzbischof von Luxemburg, und den Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), Bischof Georg Bätzing, offiziell einzuschreiten und über die beiden „ein Urteil zu fällen.“  Müller solidarisierte sich mit der Äußerung des vormaligen Präfekts des vatikanischen Wirtschaftssekretariats, derzufolge es keine spezielle deutsche Version der Zehn Gebote geben dürfe.

Zeugnis der Wahrheit

Wörtlich erklärte der deutsche Kardinal: „Häretischen Bischöfen darf man nicht gehorchen. Jeder Katholik ist zum Zeugnis der Wahrheit ihnen gegenüber aufgefordert, auch wenn diese ihre Macht mit brachialen Gewaltmassnahmen durchsetzen so wie einst die arianischen und donatistischen Bischöfe die echten Katholiken verfolgt haben.“ Was die Nähe der deutschen Bischöfe zu Papst Franziskus angehe, von dem sich diese „ermutigt“ fühlen, äußerte sich Müller skeptisch und verwies „an die Arroganz, mit der sie seine Bitte um den Primat der Neuevangelisierung beiseite geschoben haben.“ DT/reg

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Erzbischöfe Georg Bätzing George Pell Gerhard Ludwig Müller Jesus Christus Katholikinnen und Katholiken Kurienkardinal Papst Franziskus

Weitere Artikel

ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp beklagt fehlende Antworten Roms auf Schreiben des Synodalen Weges. Tatsächlich hat der Vatikan mehrfach reagiert.
02.02.2026, 16 Uhr
Dorothea Schmidt
Das deutsch-vatikanische Ringen um das Statut eines synodalen Gremiums für die Kirche Deutschlands geht in die nächste Runde.
20.11.2025, 17 Uhr
Guido Horst

Kirche

Im Konflikt um das spanische Klarissenkloster gibt es eine erste formale Rückkehr: Zwei Ex-Ordensfrauen sind nicht mehr exkommuniziert, nachdem sie das schismatische Manifest widerrufen.
25.02.2026, 14 Uhr
José García
Der Wunsch nach einem Wandel in der Bischofskonferenz lässt sich nicht mehr unterdrücken. Als Moderator ist Heiner Wilmer aufgrund seines verbindlichen Wesens für das Amt die beste Wahl.
25.02.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Bischof Heiner Wilmer blickt auf eine lange geistliche Laufbahn zurück. Der neue DBK-Vorsitzende kennt die Weltkirche gründlicher als die meisten seiner deutschen Mitbrüder.
25.02.2026, 10 Uhr
Regina Einig