Bonn

DBK: Austritte in Deutschland steigen dramatisch an

Die DBK legt heute die Zahlen für die katholischen Bistümer in Deutschland vor. Der Rückgang der Gläubigen setzt sich ungebremst fort.
DBK Vorsitzender Bischof Georg Bätzing
Foto: Andreas Arnold (dpa) | Der DBK Vorsitzende Bischof Georg Bätzing: „An den heute vorgelegten statistischen Zahlen 2019 gibt es nichts schönzureden."

Die Pressestelle der Deutschen Bischofskonferenz hat heute die aktuellen Zahlen der deutschen Bistümer für das vergangenen Jahr veröffentlicht. Der Abwärtstrend der Kirche setzt sich fort. Austritte nehmen zu, während der Sakramentenempfang abnimmt. Die Zahl der Bestattungen übersteigt die Zahl der Taufen um rund 70.000. Der Schrumpfungsprozess der Kirche geht ungebremst weiter.

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Weniger Katholiken, weniger Priester, weniger Sakramente

Nach Angaben der DBK machte die Anzahl der Katholiken im vergangenen Jahr in Deutschland 27,2 Prozent der Gesamtbevölkerung aus. Die katholische Kirche hatte demnach 22.600.371 Kirchenmitglieder. Die Zahl der Priester beträgt 12.983 - im Jahr 2018 waren es noch 13.285. Davon sind nach Angaben der DBK 6.460 in der Pfarrseelsorge tätig (Vorjahr: 6.672). Der Gottesdienstbesuch ging in 2019 erneut zurück und lag bei 9,1 Prozent (2018: 9,3 Prozent). 
Auch Zahlen beim Sakramentenempfang sind im vergangenen Jahr zurückgegangen. Die Zahl der kirchlichen Trauungen lag bei 38.537 (2018: 42.789), die Zahl der Taufen bei 159.043 (2018: 167.787), die Zahl der Erstkommunionen bei 166.481 (2018: 171.336) und die Zahl der Bestattungen bei 233.937 (2018: 243.705). 

Trauriger Rekord bei Austritten

Erneut traten im Jahr 2019 weniger Menschen in die Kirche ein. Die Zahl der Eintritte lag bei 2.330 (2018: 2.442), die Zahl der Wiederaufnahmen bei 5.339 (2018: 6.303). Auch die Zahl der Kirchenaustritte ist in 2019 erneut angestiegen: 272.771 Menschen haben vor den staatlichen Stellen ihren Austritt aus der katholischen Kirche erklärt. Im Vorjahr waren dies 216.078. Damit verzeichnet der Kirchenaustritt einen Anstieg um rund 30 Prozent. 

Bischof Georg Bätzing stellt in einer Pressemeldung fest: „An den heute vorgelegten statistischen Zahlen 2019 gibt es nichts schönzureden. Erneut und wie in den vergangenen Jahren müssen wir einen Rückgang beim Empfang der Sakramente feststellen. Der Prozess der Erosion persönlicher Kirchenbindung zeigt sich dort besonders deutlich." Man werde die heute veröffentlichten Zahlen ernst nehmen und mit in die Diskussionen des Synodalen Weges einbringen. Dazu solle auch ein Studientag auf der nächsten Herbst-Vollversammlung der Deutschen Bischofskonferenz in Fulda dienen, wo man sich fragen wolle, was diese Statistik uns mitgibt für die Themen des Synodalen Weges. Gleichzeitig müsse man sich auch die Frage stellen, wie Evangelisierung unter den konkreten Zeitzeichen gelingen könne, die uns alle in einer freiheitlichen Gesellschaft präge.  Zudem dankte der Vorsitzende der DBK allen, die sich in der Kirche engagieren. 

DT/pwi

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