Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Fulda

Bätzing: „Wir beraten nicht über Interviews des Heiligen Vaters“

Der DBK-Vorsitzende schließt Änderungen an deutschen Segnungsfeiern trotz klarer Ansage aus Rom aus.
Katholische Bischöfe treffen sich zur Herbstvollversammlung in Fulda
Foto: IMAGO/Tim Wegner (www.imago-images.de) | Der DBK-Vorsitzende Georg Bätzing hält daran fest, dass der Synodale Ausschuss, der im November wieder tagt, eine Satzung für eine künftige Nationale Konferenz erstellen solle.

Zum Auftakt der Herbstvollversammlung der deutschen Bischöfe in Fulda hat der Vorsitzende der deutschen Bischöfe, Bischof Georg Bätzing, am Montag vor Journalisten erklärt, dass er den synodalen Kurs der deutschen Ortskirche trotz gegenteiliger Signale aus Rom nicht in Frage stelle. Keinen Änderungsbedarf sieht er bei den Segnungsfeiern für gleichgeschlechtliche Paare, die mehrere deutsche Bistümer, darunter das Bistum Limburg, in dem Bätzing als Ortsbischof waltet, anbieten.

Lesen Sie auch:

Der Papst nehme „Fiducia supplicans“ nicht zurück. Dies sei ein wichtiges Zeichen. Im Hinblick auf die Handreichung für Segensfeiern, die in mehreren deutschen Bistümern eingeführt wurde, sprach Bätzing von „maßvollen Erweiterungen für unsere pastorale Situation und Praxis in Deutschland“. Die deutsche Praxis stellt aus Sicht des DBK-Vorsitzenden „in keinster Weise (sic!) einen Gegensatz“ zu den jüngsten Interviewaussagen des Papstes dar. Leo XIV. habe eine Weltperspektive vor Augen.

Bätzing: Weltkirchliche Einheit bedeutet nicht Einheitlichkeit

Weltkirchliche Einheit sei nicht Einheitlichkeit, so Bischof Bätzing. Die römische Kurie und die römische Kirche hätten hier „Lösungen anzutragen“ für die Frage, wie Einheit in den unterschiedlichen Kulturen zusammengehe. Die Weltkirche bewege sich „in anderen tempi“. Man bleibe mit der Weltkirche „in Verbindung“ und werde „maßvoll andere Dinge tun“, die aus pastoralen Gründen „notwendig“ seien.

Auf die Frage, warum er nicht im Geist der Synodalität mit den Bischöfen über die Aussagen des Papstes, die in Deutschland als Widerspruch zur Praxis einiger Bistümer aufgefasst werden, berate, statt sich vor der Eröffnung der Vollversammlung festzulegen, antwortete der Vorsitzende: „Wir beraten nicht über ein Interview des Heiligen Vaters“. Wenn der Heilige Vater den Bischöfen der Weltkirche etwas zu sagen habe, werde er das tun.

Der DBK-Vorsitzende hält daran fest, dass der Synodale Ausschuss, der im November wieder tagt, eine Satzung für eine künftige Nationale Konferenz erstellen solle. Seiner Darstellung zufolge „sind wir im engen Austausch mit Rom“ um eine Synodalsatzung zu erarbeiten, die mit den römischen Vorgaben übereinstimme. „Der Papst unterstützt das“.

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Regina Einig Bischöfe Bistum Limburg Deutsche Bistümer Georg Bätzing Leo XIV.

Weitere Artikel

Unermüdlich warb der Apostolische Nuntius Nikola Eterović für die Einheit mit der Weltkirche. Eine undankbare Aufgabe im synodalen Deutschland, die nun ihr Ende hat.
24.04.2026, 14 Uhr
Franziska Harter
ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp beklagt fehlende Antworten Roms auf Schreiben des Synodalen Weges. Tatsächlich hat der Vatikan mehrfach reagiert.
02.02.2026, 16 Uhr
Dorothea Schmidt
In Deutschlands Gotteshäusern nimmt der Vandalismus laut Bischofskonferenz zu. Anders sehen das die meisten Bistümer. „Die Tagespost“ hat nachgefragt.
30.10.2025, 19 Uhr
Elisabeth Hüffer Jakob Naser

Kirche

Das neue Vatikanpapier zum Papstamt belebt die ökumenische Debatte. Doch beim Katholikentag wurde deutlich: Der Weg zu einer gemeinsamen christlichen Stimme bleibt weit.
16.05.2026, 16 Uhr
Heinrich Wullhorst
Ralph Brinkhaus fordert mehr Gottesbezug, Kardinal Marx hält sich lieber an die Vernunft. Doch wie jenseitig dürfen politische Ratschläge der Kirche dann noch sein?
16.05.2026, 13 Uhr
Jakob Ranke
Der DBK-Vorsitzende Heiner Wilmer verweist auf „Dynamiken“ bei der Prüfung der Satzung in den römischen Dikasterien.
16.05.2026, 12 Uhr
Meldung
Nikola Eterović ist Ende April als Nuntius ausgeschieden. Er hat sich auch grundsätzlich mit den Möglichkeiten der päpstlichen Diplomatie auseinandergesetzt.
16.05.2026, 19 Uhr
Michael Feldkamp