Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Herbstvollversammlung

Das beschäftigt die Bischöfe in Fulda

Auf dem Programm der Herbstvollversammlung stehen unter anderem die jüngsten Aussagen des Papstes, Migration, Reformen der Kirche sowie die Situation im Nahen Osten.
Vollversammlung der Bischöfe
Foto: IMAGO/Peter Back (www.imago-images.de) | Auszug der Bischöfe beim Eröffnungsgottesdienst der letzten Frühjahrs-Vollversammlung der DBK.

Die deutschen katholischen Bischöfe kommen von Montag bis Donnerstag in Fulda zur Herbstvollversammlung zusammen. Im Mittelpunkt steht laut Ankündigung der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) eine Studieneinheit zur 6. Kirchenmitgliedschaftsuntersuchung, die im November 2023 in Ulm auf der Synode der evangelischen Kirche in Deutschland (EKD) vorgestellt worden war. Laut DBK fordert diese Untersuchung „mit ihren Ergebnissen zu einer Reflexion auf, wie Kirche in der säkularen Gesellschaft noch präsent sein kann“. Die sich daraus ergebenden „Perspektiven kirchlichen Handelns“ sollen die Bischöfe am Dienstag erörtern.

Lesen Sie auch:

Des Weiteren wollen die Bischöfe über mögliche Kirchenreformen beraten. Wie die DBK mitteilt, werde man wieder die Fortführung der auf dem Synodalen Weg angestoßenen Projekte und Fragen zur Aufarbeitung und Aufklärung sexuellen Missbrauchs diskutieren. Erwartet wird einem Bericht von „domradio.de“ zufolge außerdem, dass sich der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Georg Bätzing, zu Beginn der Vollversammlung auch zu den jüngsten Aussagen von Papst Leo XIV. zu Sexualmoral und Familie äußern wird.

Naher Osten, Corona, Migration und Wehrdienst

Weiter im Programm: der Krieg im Nahen Osten, die Kirche in der Corona-Pandemie und das Verhältnis der katholischen Kirche zu den Sinti und Roma während der Zeit des Nationalsozialismus. Auch eine Stellungnahme der DBK zum Wehr- und Freiwilligendienst soll formuliert werden. 

Ebenfalls steht das Thema „Migration“ im Fokus. Mit dem Motto „Wir schaffen das —an der Seite der Schutzsuchenden“ orientiert sich die DBK dabei an der ehemaligen Kanzlerin Angela Merkel, die diesen Satz in Zusammenhang mit dem Flüchtlingsstrom seit 2015 prägte. Zu den jeweiligen Themen werden Gäste aus Wissenschaft und Kirche Rede und Antwort stehen. Außerdem zu Gast ist der polnische Weihbischof Krzysztof Zadarko, der Vorsitzende des Bischofsrates für Migration, Touristik und Pilgerschaft.

Eröffnet wird die Vollversammlung am Montagabend mit einem Festgottesdienst im Fuldaer Dom. Auch zum Abschluss der Beratungen wird am Mittwochabend eine heilige Messe gefeiert, die Schlussvesper mit dem traditionellen Bonifatiussegen. Zur DBK gehören 61 katholischen Bischöfe in Deutschland sowie Diözesanadministratoren, die ein Bistum nach Rücktritt oder Tod eines Ortsbischofs übergangsweise verwalten.  DT/dsc

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Deutsche Bischofskonferenz Georg Bätzing Leo XIV.

Weitere Artikel

Von Favoriten bis Kompromisskandidaten für den Posten des Vorsitzenden der deutschen Bischöfe: Ein Überblick über Chancen und Profile.
22.01.2026, 16 Uhr
Dorothea Schmidt
Das Synodale Nationalgremium nimmt Formen an. Trotz päpstlicher Weisungen schafft die Kirche in Deutschland Fakten jenseits des kirchlichen Lehramts. Eine Chronologie.
03.11.2025, 16 Uhr
Dorothea Schmidt
Kann es für Christen ein „Zuviel“ an Mitgefühl geben? Um die politische Verwertung des Empathiebegriffs tobt in den USA und zunehmend auch in Deutschland eine Debatte.
28.02.2026, 09 Uhr
Jakob Ranke

Kirche

Wohl auch eine ganz konkrete Anspielung: Papst Leo predigt am Palmsonntag über Gott, der den Krieg ablehnt. Eine Änderung der katholischen Lehre ist damit nicht verbunden.
31.03.2026, 15 Uhr
Maximilian Welticke
Die „Tagespost" stellt Priester und Ordensleute vor, die in einer säkularisierten Öffentlichkeit die revolutionäre Entscheidung verkörpern, Gott an die erste Stelle im Leben zu setzen.
31.03.2026, 10 Uhr
Regina Einig
Der Vorsitzende von Notre-Dame de Chrétienté hält die Idee, den überlieferten Messordo in das heutige römische Messbuch zu integrieren für unvereinbar mit der Eigenart des alten Ritus.
31.03.2026, 15 Uhr
José García