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DBK Vorsitz: 100 Tage Bätzing 

Die Ankündigung des Vorgängers Kardinal Marx, nicht erneut für den DBK Vorsitz zur Verfügung zu stehen, kam überraschend. Eine Überraschung war für viele Medien auch der neue Vorsitzende. 
Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz
Foto: Andreas Arnold (dpa) | Die Deutsche Bischofskonferenz hat am 3. März 2020 Georg Bätzing, Bischof von Limburg, zum neuen Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz gewählt.

Am heutigen 10. Juni 2020 ist Bischof Georg Bätzing 100 Tage im Amt des Vorsitzenden der DBK. Wenige Monate vor der Wahl machte er Schlagzeilen mit der Aussage, es gebe keine Hindernisse für Katholiken und Protestanten gegenseitig an Kommunion und Abendmahl teilzunehmen. Das war eine These aus einem Papier des Ökumenischen Arbeitskreises (ÖAK). Bätzing machte sich diese These zu eigen. Er trage, betonte er, den Text "als Frucht des ökumenischen Dialogs vieler Jahre mit" und schließe sich dem Votum voll und ganz an. 

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Nach der Wahl trat der neue Vorsitzende recht eloquent vor die Kamera und meisterte seine erste Pressekonferenz souverän. Fast unmittelbar nach der Wahl setzte in Deutschland der sogenannte Lockdown ein. Die Kirche zeigte sich als nicht mehr systemrelevant. Bätzing war öffentlich nicht zu hören, als viele Menschen sich über die Verbote öffentlicher Gottesdienste Gedanken machten. Erst als die ersten Einrichtungen wieder öffneten, gab es eine erste öffentliche Meldung des neuen Vorsitzenden. Mit Enttäuschung nehme er zur Kenntnis, „dass das Verbot von öffentlichen Gottesdiensten aller Religionsgemeinschaften derzeit erhalten bleiben soll“, erklärte er damals. 

An der Spitze der Reform

Bätzing unternahm um Pfingsten den Versuch, die Meinungsführerschaft im kirchlichen Diskurs zu beanspruchen. In Interviews mit der „Süddeutschen Zeitung“, der Zeitschrift „Publik Forum“ und der „Frankfurter Rundschau“ setzte Bätzing Akzente. Das Aussetzen öffentlicher Gottesdienste versuchte er zu rechtfertigen: „Der Verzicht ist uns sehr schwergefallen, aber es galt Menschenleben zu schützen.“ Zugleich machte er sich innerkirchliche Reformideen zu eigen. Er stellte fest, dass er die Frauenfrage „persönlich für die allerwichtigste“ halte. Mehrfach bekannte er sich zum synodalen Weg von DBK und ZdK, den er als Reformprojekt darstellt. 

Eine Anekdote zeigt den Bekanntheitsgrad des DBK- Vorsitzenden. Beim RTL-Quiz „Wer wird Millionär?“ Ende April lautete eine Frage: „Georg Bätzing aus Limburg ist seit Anfang März hierzulande wessen oberster Repräsentant?“ Der Kandidat, ein angehender Lehrer, benötigte zwei Joker und gab erst dann die richtige Antwort.

 

DT/pwi

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