Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Regensburg

Alle öffentlichen katholischen Gottesdienste abgesagt

Nun hat auch das Bistum Regensburg bekanntgegeben, keine öffentlichen Gottesdienste mehr zu veranstalten. Der Generalvikar mahnt alle Seelsorger, die Anordnungen der vergangenen Tage ernst zu nehmen. Es werde aber nicht alles „auf Null“ gesetzt.
Abschied in die Bedeutungslosigkeit
Foto: Marc Müller (dpa) | Für Klimapolitik-Impulse muss man nicht in die Kirche gehen. Wenn die christlichen Kirchen sich nicht wieder auf die Heilsverkündigung besinnen, entgleiten sie immer mehr in die Bedeutungslosigkeit, meint Norbert Bolz.

In Deutschland sind jetzt alle öffentlichen katholischen Gottesdienste aufgrund der Coronavirus-Pandemie abgesagt. Als letztes der 27 Bistümer setzte Regensburg das jüngst erlassene staatliche Verbot in einer Mitteilung an die Seelsorger um. Bislang hatte es im Bistum Regensburg noch keine verbindliche Entscheidung über die Sonntagsmessen gegeben.

Bestimmungen gelten auch für Osterliturgie

In der Mitteilung an die Pfarrer und Pfarradministratoren des Bistums schrieb der Regensburger Generalvikar Michael Fuchs, dass nach den verschärften bundesweiten Bestimmungen zwar in jeder Pfarrei weiterhin eine Messe stattfinde, „aber ohne Öffentlichkeit“. Gegebenenfalls könnten Gottesdienste mit Kaplan, Pfarrvikar, Diakon, Pastoralreferent oder anderen Personen zelebriert werden, „die das Kirchenvolk repräsentieren“. Darüber hinaus könnten jedoch keine weiteren Personen anwesend sein.

Die Bestimmungen würden auch für die Osterliturgie gelten, so Generalvikar Fuchs weiter: „Wir feiern sie, aber nicht öffentlich, die Gläubigen beten zuhause mit.“ Ebenso seien von nun an Beichten im Beichtstuhl „wegen der großen Gefahr von Virenübertragungen“ nicht möglich. Dabei gehe es weniger um den Beichtpriester als um die Beichtenden, „die an einem Platz niederknien, wo die Plastikfolie oder an der glatten Oberflächen vorher von möglicherweise Infizierten kontaminiert sein könnte“.

Lesen Sie auch:

Schmerz als Zeichen des katholischen Empfindens

Darüber hinaus mahnt Fuchs alle Seelsorger im Bistum, die Anordnungen der vergangenen Tage ernst zu nehmen und umzusetzen. Er könne den Schmerz über die Einschränkungen und die gefühlte Widersprüchlichkeit zu vielen kirchlichen Wesensgemeinschaften sehr gut nachvollziehen. „Dieser Schmerz ist ein Zeichen des katholischen Empfindens.“ Jedoch sei vieles derzeit einfach nicht möglich. „Zu viele menschliche Begegnungen sind eine Gefahr, nicht nur und gar nicht in erster Linie für den Pfarrer oder die Gemeindereferentin, sondern für die gefährdeten Personen, denen wir oder andere die Viren weitertragen könnten“, so der Generalvikar.

Gleichzeitig betonte Fuchs aber auch, dass nicht einfach „alles auf Null“ gesetzt werde: „Gerade in solchen Notzeiten sind wir Kirche und handeln als Christen, suchen und vertiefen verantwortbare Formen des christlichen Gebets und der geistlichen Gemeinschaft, der gegenseitigen Hilfe und der Begegnung mit Gott.“

Am Montag hatte die Bundesregierung zusammen mit den Bundesländern neue strenge Leitlinien zur Eindämmung des Coronavirus vereinbart. Demnach sollten unter anderem „Zusammenkünfte in Kirchen, Moscheen, Synagogen und Zusammenkünfte anderer Glaubensgemeinschaften“ verboten werden.

DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Redaktion Bistum Regensburg Michael Fuchs Pastoralreferentinnen und Pastoralreferenten Pfarrer und Pastoren Pfarrvikare Seelsorgerinnen und Seelsorger

Weitere Artikel

Dass Glaubensvermittlung auch unter den Bedingungen der säkularisierten Gegenwart gelingen kann, zeigen vor allem Initiativen jenseits der üblichen diözesanen Strukturen. Eine Auswahl.
05.04.2026, 09 Uhr
Regina Einig Sebastian Ostritsch Elisabeth Hüffer Jakob Ranke
Die deutschsprachige Pilgerseelsorge in Santiago de Compostela stimmt mit einem Rundgang auf Jakobus ein.
09.03.2026, 09 Uhr
Andreas Drouve
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser
Dass die katholische Kirche angesichts der Krise in Ceuta als Stimme der Vernunft wahrgenommen wird, liegt vor allem an Erzbischof Rocha. Er appelliert an den gesunden Menschenverstand.
11.08.2026, 11 Uhr
Regina Einig