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Umstrittene Ökonomin an päpstliche Akademie berufen

Mit der Star-Ökonomin Mariana Mazzucato wurde jetzt eine öffentliche Befürworterin von Abtreibungen in die „Päpstliche Akademie für das Leben“ aufgenommen.
Mariana Mazzucato
Foto: Michael Kappeler (dpa) | Mariana Mazzucato, Wirtschaftswissenschaftlerin und verheiratete Mutter von vier Kindern, wird vorgeworfen, Abtreibungen zu befürworten.

Die „Päpstliche Akademie für das Leben“ steht abermals in der Kritik. Grund für den neuerlichen Unmut ist die am vergangenen Samstag (15.10.) vom Presseamt des Heiligen Stuhls verkündete Berufung der Wirtschaftswissenschaftlerin Mariana Mazzucato in die Akademie. Die 1968 in Italien geborene und in den USA aufgewachsene Ökonomin, lehrt derzeit am „University College London“. Laut der „Financial Times“ vertritt Mazzucato die Auffassung, „der öffentliche Sektor“ solle sich aktiv an der „Schaffung von Wohlstand“ beteiligen und das „Wachstum steuern, um seine Ziele zu erreichen“.

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Der mit dem italienischen Film-Produzenten Carlo Cresto-Dina verheirateten Mutter von vier Kindern wird vorgeworfen, Abtreibungen zu befürworten. Wie Recherchen der „Tagespost“ ergeben, teilte die von der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ als „Habecks Lieblingsökonomin“ bezeichnete Wirtschaftswissenschaftlerin auf ihrem Twitter-Account tatsächlich eine ganze Reihe von Tweets, in denen die Aufhebung des Grundsatzurteils „Roe v. Wade“ durch den US-Supreme-Court scharf kritisiert wird und Abtreibungen unter anderem als „Gesundheitsvorsorge“ verherrlicht werden.

 „Ich interessiere mich nicht für Eure gottverdammte Religion“

Am 24. Juni, dem Tag, an dem die US-amerikanischen Höchstrichter ihr Urteil verkündeten, teilte Mazzucato auf ihrem Twitter-Account unter anderem auch einen Tweet des Generaldirektors der Weltgesundheitsorganisation (WHO), Tedros Adhanom Ghebreyesus. Darin heißt es: „Sichere Abtreibung ist Gesundheitsvorsorge. Sie rettet Leben. Sie einzuschränken, treibt Frauen und Mädchen zu unsicheren Abtreibungen, die zu Komplikationen und sogar zum Tod führen. Die Beweise sind unwiderlegbar.“

Zwei Tage später, am 26. Juni, retweetete die Ökonomin ein Video der Journalistin Ana Kasparian und versah es mit dem Kommentar „So gut!“. In dem Video wendet sich die sich als Atheistin bezeichnende Journalistin direkt an Christen: „Alle Frauen, die sich mit Eurer Religion identifizieren, haben jedes Recht der Welt, keine Abtreibung durchführen zu lassen und keine Geburtenkontrolle in Anspruch zu nehmen. Aber sie haben nicht das Recht, mein Leben zu bestimmen und darüber zu befinden, was ich entscheide, mit meinem Körper zu tun. Ich interessiere mich nicht für Eure gottverdammte Religion.“

Werbung mit Franziskus-Zitat

Noch am 3. Juli teilte Mazzucato einen Tweet des ehemaligen US-amerikanischen Arbeitsministers Robert Reich, der an der „University of California“ in Berkeley lehrt. Darin heißt es „Nennt mich, einen radikalen Linken, aber ich denke, es sollte einfacher sein, eine lebensrettende Abtreibung zu erhalten, als ein Schnellfeuergewehr.“

All das hindert die Ökonomin jedoch nicht, für sich mit Papst Franziskus zu werben. Auf der Startseite der Interpräsenz der mit zahlreichen Auszeichnungen überhäuften Wirtschaftswissenschaftlerin findet sich auch ein Zitat des Heiligen Vaters. Es lautet: „Marina zwingt uns dazu, lang gehegte Überzeugungen darüber, wie Volkswirtschaften funktionieren, zu hinterfragen."  DT/reh

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