Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Rom

Newman wird an Allerheiligen Kirchenlehrer

Vom Konvertiten zum Kardinal, vom Heiligen zum Kirchenlehrer: Der Termin für den letzten Karriereschritt John Henry Newmans steht.
John Henry Newman
Foto: Wikimedia commons | Die Lektüre der Kirchenväter prägte den heiligen John Henry Newman so tief, dass er sich zum Übertritt in die katholische Kirche entschloss.

John Henry Newman wird am 1. November, also Allerheiligen, zum neuen Kirchenlehrer der katholischen Kirche erhoben. Dies hat Papst Leo XIV. am gestrigen Sonntag beim Angelusgebet verkündet. Der englische Theologe habe „entscheidend zur Erneuerung der Theologie und zum Verständnis der christlichen Lehre in ihrer Entwicklung beigetragen“.

Lesen Sie auch:

Die grundsätzliche Entscheidung, Newman zum Kirchenlehrer zu machen, war schon im Juli bekannt geworden. John Henry Newman (1801–1890) war zunächst Anglikaner und konvertierte im Alter von 44 Jahren zur katholischen Kirche, nachdem er zunächst 1825 die anglikanische Priesterweihe empfangen hatte. 1847 wurde er zum Priester der katholischen Kirche geweiht und gründete das erste Oratorium des heiligen Philipp Neri. Obwohl er kein Bischof war, erhob ihn Papst Leo XIII. 1879 zum Kardinal. Newman verstarb am 11. August 1890 im Alter von 89 Jahren. Benedikt XVI. sprach ihn 2010 selig, Papst Franziskus hat ihn 2019 in das Verzeichnis der Heiligen aufgenommen.

Dem Newman-Experten Pater Herrmann Geissler zufolge ging es Newman um das Geheimnis der Kirche, das er bei den Kirchenvätern entdeckt hatte, weswegen er dann auch zum Katholizismus übergetreten sei. Johannes Paul II. habe über den Gelehrten gesagt: „Newmans Schriften vermitteln ein äußerst klares Bild seiner unerschütterlichen Liebe zur Kirche als der fortwährenden Ausgießung der Liebe Gottes zum Menschen.“ Zudem habe sich Newman laut Geissler „eine wirklich geistliche Vision“ angeeignet, „die alle Schwächen im menschlichen Gefüge der Kirche erkennen, aber ebenso sicher das Geheimnis wahrnehmen konnte, das jenseits unseres äußeren Blickes verborgen liegt“. (DT/jra/gho)

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischöfe Johannes Paul II. John Henry Newman Kardinäle Kirchenväter Konvertiten Leo XIV. Papst Franziskus Päpste

Weitere Artikel

Seine Katechese über die Texte des Zweiten Vatikanums hat Papst Leo mit dem Konzilsdokument über die Offenbarung begonnen, das heißt mit dem Eintritt Gottes in die Menschheitsgeschichte.
05.02.2026, 13 Uhr
Guido Horst
Manfred Hauke und Richard Schenk beweisen, dass ihr Lehrer, Kardinal Leo Scheffczyk, ein Meister der Unterscheidung ist.
15.02.2026, 15 Uhr
Manuel Schlögl

Kirche

Papst Leo XIV. beruft Anthony Randazzo nach Rom. Der Australier soll das Dikasterium für die Gesetzestexte führen und Reformdebatten begleiten.
03.04.2026, 11 Uhr
Regina Einig
Die Liebe der Gottesmutter sprengt alle Grenzen und macht das Kreuz zu einer Quelle von Hoffnung, die trägt.
03.04.2026, 08 Uhr
Dorothea Schmidt
Die Absage des Weltkindertags ist eine Chance, die Verantwortung von Bistümern und Pfarreien für die Glaubensweitergabe an Kinder wieder stärker ins Bewusstsein zu rücken.
02.04.2026, 16 Uhr
Sina Hartert
In Krakau sind die Archive offen: Machte der spätere Papst beim Thema Missbrauchsaufklärung eine gute Figur? Ja, laut säkularen Journalisten. Ein Kirchensprecher sieht das anders.
02.04.2026, 11 Uhr
Stefan Meetschen