Córdoba

Spanischer Bischof kritisiert Synodalen Weg

In einem Schreiben plädiert der Bischof von Córdoba dafür, dass die Warnung des Vatikans an den deutschen Synodalen Weg auf die ganze Kirche ausgeweitet wird.
3. Synodalversammlung des Synodalen Weges
Foto: Maximilian von Lachner/Synodaler Weg | Synoden und Versammlungen seien nicht dazu da, dem zu widersprechen, was der Geist seiner Kirche sagt, so der Bischof von Córdoba.

Seinen letzten Wochenbrief vor der Sommerpause widmet der Bischof von Córdoba, Demetrio Fernández, dem Zusammenhang zwischen Synodalität und Tradition in der Kirche: Die Kirche sei „von ihrem Wesen her synodal“, weil sie Gemeinschaft, Versammlung sei. Die Salbung durch den Heiligen Geist, den alle Glieder der Kirche erhalten hätten, mache alle zu Propheten: „Wir alle sind berufen, zu prophezeien, auszudrücken, was der Geist seiner Kirche heute sagt.“ 

Den Heiligen Geist nicht mit dem eigenen Vogel verwechseln

Bischof Fernández weist allerdings auf ein mögliches Missverständnis hin, weil „manche Menschen den eigenen Vogel für die Taube des Heiligen Geistes halten“. Es sei Unterscheidung vonnöten, was bedeute, die Geister zu prüfen, ob sie von Gott oder vom Bösen kommen. „Denn der Teufel ist ein Meister darin, sich als Engel des Lichts zu tarnen und das als göttlich auszugeben, was aus Selbstsucht kommt, zerstört und tötet.“

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Erstes Kriterium für die Unterscheidung sei das Wort Gottes, weshalb die „Haltung des Hörens auf den Geist im Gebet, in der Stille, in der Kontemplation“ notwendig sei. Lobenswert seien Synoden und Versammlungen, wenn sie dazu beitragen, mehr zu beten und das Leben auf Gott auszurichten. Wenn sie aber dazu führten, „Worte und noch mehr Worte, Versammlungen und Begegnungen auf allen Ebenen zu produzieren, ohne dass wir uns bekehren“, dann kämen sie nicht von Gott.

An zweiter Stelle nennt der Bischof von Córdoba die Tradition, „was die Kirche im Laufe der Jahrhunderte immer und überall gelebt hat.“ Es gehe nicht darum „die Kirche und die ihr von Christus anvertraute Mission neu zu erfinden“. Denn die Kirche sei ein Geschenk des Herzens Christi; für sie habe er sein Leben hingegeben, damit sie „ohne Flecken, Falten oder andere Fehler“ (Ef 5, 27) erscheine. Die Heiligen seien der Lebenssaft, der die Kirche mit Leben fülle. Zu Versammlungen und Synoden solle gehören, das Leben der Heiligen kennenzulernen, sie anzurufen. „Wenn wir aus jeder Versammlung nicht die Schlussfolgerung ziehen, dass wir zur Heiligkeit berufen sind und dass es sich lohnt, unser Leben dafür einzusetzen, werden Synoden und Versammlungen unfruchtbar bleiben, dröhnendes Erz oder eine lärmende Pauke“, so der Bischof.

"Der Heilige Geist irrt nicht und täuscht uns nicht“

In die Tradition füge sich das Lehramt der Kirche, „des Papstes und der mit ihm in Gemeinschaft stehenden Bischöfe“, ein, schreibt er weiter. Aus der „Furche“ auszuscheren, die im Laufe der Jahrhunderte die Lehre zum Heil der Welt und der Menschen unserer Zeit gebildet habe, bedeute, „sich selbst zur Unfruchtbarkeit zu verdammen“. Der Heilige Geist könne uns jetzt nicht einfach etwas sagen, was im Widerspruch zu dem stehe, was er bei früheren Gelegenheiten gesagt habe: „Der Heilige Geist irrt nicht und täuscht uns nicht“. Laut dem Zweiten Vatikanischen Konzil seien Tradition, Heilige Schrift und Lehramt miteinander verknüpft (Dei Verbum, 10).

Als Beispiel nennt Bischof Fernández, dass Johannes Paul II. die Lehre, dass die Kirche nur Männer zum Priester weihen kann, als endgültig bezeichnet habe. Es habe „keinen Sinn, jetzt dem zu widersprechen, was der Geist seiner Kirche zu einem bestimmten Zeitpunkt gesagt hat“. Das Gleiche gelte für den Zölibat, die Verwendung unmittelbarer Verhütungsmittel, für die Segnung gleichgeschlechtlicher Paare, die Abtreibung oder für die Achtung des Lebens bis zum natürlichen Tod.

Synoden und Versammlungen seien nicht dazu da, dem zu widersprechen, was der Geist seiner Kirche sagt, als wäre die Kirche ein Parlament, „das Gesetze auf Verlangen der Wähler ändert“. Der Bischof von Córdoba spricht direkt den Synodalen Weg an: Die Warnung des Heiligen Stuhls – „Der ‚Synodale Weg’ in Deutschland ist nicht befugt, die Bischöfe und die Gläubigen zur Annahme neuer Formen der Leitung und neuer Ausrichtungen der Lehre und der Moral zu verpflichten“ – solle auf die ganze Kirche angewandt werden. Das Schreiben endet mit einem Zitat aus dem Hebräerbrief: „Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit. Lasst euch nicht durch mancherlei fremde Lehren irreführen“ (Hbr 13,8-9)

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