Synodaler Weg

Neuer Anfang wirft Bätzing Beschwichtigung statt Aufklärung vor

Nur Ausflüchte statt Antwort: "Leicht durchschaubar" nennt die Initiative Neuer Anfang den Antwortbrief Bätzings. Dieser enthalte keine Antworten.
Synodaler Weg
Foto: Arne Dedert (dpa) | Georg Bätzing, Bischof von Limburg und Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz, weicht der Kritik der Bischöfe der Weltkirche aus.

Einen „leicht durchschaubaren Beschwichtigungsversuch, der dem Ernst des Anliegens in keiner Weise gerecht wird“, nennt die Initiative Neuer Anfang in einer Pressemeldung den Antwortbrief von Bischof Georg Bätzing auf den Brief der 74 Bischöfe aus der Weltkirche, in dem sich diese kritisch zum Synodalen Weg äußern. Die Initiative stellt fest, der Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) habe in seiner Antwort auf den Brief kritisiert, dass dessen Unterzeichner die Bedeutung der Notwendigkeit nicht sähen, sich als Kirche der Frage des Missbrauchs zu stellen.

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Framing und Nebel

Die Initiative Neuer Anfang wehrt sich gegen dieses Argument. Die Kritik der Bischöfe aus aller Welt habe sich schließlich nur mit Themen befassen können, die auf dem Synodalen Weg tatsächlich behandelt worden seien. Den konkreten Ursachen des Missbrauchs habe sich, so die Laieninitiative, bisher weder ein Entwurf noch ein Beschluss des Synodalen Weges gewidmet. Bätzing operiere erneut mit dem immer gleichen, Nebel erzeugenden Framing der „Missbrauchsaufklärung“, in dem alle weiteren inhaltlichen Schritte und Debatten des Synodalen Weges unterschiedslos legitimiert und jedwede Kritik als Verweigerung der Aufklärung von Missbrauch delegitimiert würden.

Störung unerwünscht

Die beständige Zurückweisung von Kritik sowohl als Reaktion auf den Brief der Bischöfe aus aller Welt, sowie die vorherigen Einwände der polnischen und nordischen Bischofskonferenzen führe der Initiative Neuer Anfang zufolge deutlich vor Augen, dass Bätzing und die Initiatoren des deutschen Synodalen Weges bei ihrem Projekt nicht gestört werden möchten.

Den Synodalen Weg bezeichnet die Laieninitative in dem Zusammenhang als ein Projekt, dessen Ergebnisse offenbar schon feststünden: „Frauen sollen Priester werden, Laien sollen an der Macht teilhaben, Homosexualität soll moraltheologisch normalisiert werden“, heißt es in der Pressemeldung wörtlich. Auf die Frage, was das mit dem sexuellen Missbrauch zu tun habe, gebe der Vorsitzende der DBK der Initiative Neuer Anfang zufolge keine Antwort. DT/pwi


Die Initiative Neuer Anfang veröffentlichte eine Analyse zur Antwort Bätzings unter dem Titel ”Ausweichmanöver statt Antwort”.

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