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Der stille Held an der Krippe

Papst Leo hat ganz recht: Der heilige Josef taugt auch heute noch als Idealbild traditioneller christlicher Männlichkeit.
Kirchenredakteurin Regina Einig, Heiliger Josef mit Jesuskind
Foto: DT / NateBergin / wikimedia commons / CC-BY-SA 4.0 | Starke Arme, keusches Herz: der heilige Josef auf einem Kirchenfenster in Lourdes.

Was zeichnet starke männliche Persönlichkeiten aus? Wer in der biblischen Geschichte das christliche Männlichkeitsideal sucht, stößt auf den heiligen Josef – und damit auf einen exemplarischen Laien, der als generationenübergreifendes männliches Vorbild taugt. Papst Leo hat ihm am Sonntag eine treffsichere Katechese gewidmet und dabei Josefs Stärke herausgearbeitet: die selbstverständliche Ausrichtung am offenbarten Willen Gottes, ohne ein Wort darüber zu verlieren, und die offenen Arme für Frau und Kind.

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„Frömmigkeit und Liebe, Barmherzigkeit und Hingabe: Das sind die Tugenden des Mannes aus Nazaret“, so Papst Leo. Weder Softie noch Chauvie und auch kein Kumpel – Josef ist nicht umsonst Patron der Kirche und lebt einen partnerschaftlichen Führungsstil vor, den sich Mütter und Kinder von Vätern erhoffen. In Zeiten, in denen junge Männer innerhalb der Kirche mitunter beargwöhnt werden ob ihrer vermeintlich zu traditionellen Haltung, liefert das Leben des heiligen Josef die wortlose Begründung für die Legitimität junger Tradis in der Kirche. Denn der säkularisierten Öffentlichkeit fehlen väterliche Vorbilder – und die Kirche hat keinen Grund, ihr Licht unter den Scheffel zu stellen.

An Josefs Zeugnis müssen sich Stuhlkreise und Dialogrunden auf ihre Glaubwürdigkeit prüfen. Was haben sie der nächsten Generation zu geben? Der bittere Eifer treibt innerkirchlich mitunter merkwürdige Blüten. So äußerte der Leiter der Arbeitsstelle für Männerseelsorge der Deutschen Bischofskonferenz, Andreas Heek, kürzlich, junge, konservative Männer neigten eher dazu, in der katholischen Kirche einen Hort von Sicherheit für ihre traditionelle Männerrolle zu finden.“ Wer wollte bestreiten, dass Väterlichkeit auch im 21. Jahrhundert im göttlichen Heilsplan für Männer rund um den Globus vorgesehen ist – und die Kirche mit Leuchttürmen wie Josef aufwarten kann? Kindern zu einem guten Start ins Leben zu verhelfen, ist durchaus auch Männersache – gut, wenn junge Christen sich von dem stillen Helden in der Krippe inspirieren lassen.

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