Dass der Deutsche Musikrat sich genötigt sieht, ein Positionspapier zur Rettung der Kirchenmusik vorzulegen, ist mehr als ein kulturpolitisches Signal. Es ist eine Blamage für die Kirchen selbst – genauer: für ihre leitenden Gremien. Denn offenbar gilt das, was über Jahrhunderte Herz, Stimme und theologisches Gedächtnis der Kirche war, heute als verzichtbar. Kirchenmusik wird strukturell geschwächt, personell ausgedünnt und organisatorisch abgewickelt – und das nicht aus Versehen, sondern systematisch.
Aufgeschlagen auf dem Orgelboden der Tatsachen
Positionspapier zur Rettung der Kirchenmusik, das es in sich hat: Der Deutsche Musikrat beschämt die Kirche mit Kritik an ihrem Musikleben. Zwischenruf einer Kirchenmusikerin.
