Synodaler Weg

„Hat der Synodale Weg ein Kommunikationsproblem?“

Während das Synodenpräsidium immer wieder betont, keinen deutschen Sonderweg gehen zu wollen, hat die Weltkirche genau diesen Eindruck. Eine Analyse der Nordischen Bischofskonferenz.
Kundgebung und Demonstration von Maria 2.0 auf dem Kirchentag in Stuttgart. Maria 2.0, auch Kirchenstreik genannt, ist
Foto: IMAGO/Arnulf Hettrich (www.imago-images.de) | Aufhebung des Zölibats, Frauenpriestertum, Änderungen in der Sexualmoral: Das Synodenpräsidium besteht darauf, keinen Sonderweg gehen zu wollen.

Es läuft nach immer dem gleichen Prinzip: Aus der Weltkirche melden sich kritische Stimmen zum Synodalen Weg. Das Synodenpräsidium beschwichtigt. In einer gestern veröffentlichen Mitteilung des Nordischen Episkopats fragt dessen Generalsekretärin Anna Mirijam Kaschner, ob "der Synodale Weg möglicherweise ein Kommunikationsproblem hat?“ Denn warum sonst verstehen Vatikan, die "Bischöfe in anderen Ländern" und sonstige kritische Stimmen die Absichten des Synodalen Wege so anders als das Synodenpräsidium, das ständig wiederholt, es wolle weder die Lehre ändern, noch spalten oder einen deutschen Sondereg gehen? Hat niemand verstanden, "was der Synodale Weg ist und was er will, bzw. nicht ist und nicht will"?

Eben doch ein Sonderweg

In der breiten Öffentlichkeit würde sich „wahrscheinlich niemand intensiv mit den vielen Texten, Formulierungen, Abstimmungen, Ergänzungen und Textänderungen beschäftigt haben oder beschäftigen können“. Öffentlich sei aber der Eindruck entstanden, „der Synodale Weg wolle eben doch die Lehre der Kirche verändern“ oder einen Sonderweg gehen, schreibt Kaschner und zählt auf: „Aufhebung des Zölibats, Frauenpriestertum, Änderungen in der Sexualmoral usw.“

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Diese Forderungen, auch wenn sie „vielleicht nicht unbedingt aus den Grundlagentexten des synodalen Weges“ herauszulesen seien, würden erhoben und blieben unwidersprochen. Die jüngste Forderung der Präsidentin des Zentralkomitees der Deutschen Katholiken (ZdK), Irme Stetter-Karp, nach einer flächendeckenden Ermöglichung der Abtreibung in Deutschland habe allein der Pressesprecher des deutschen Episkopats, Matthias Kopp, entgegengehalten, „diese Forderung widerspräche der Haltung der Deutschen Bischofskonferenz“.  Aber auch hier sei nicht gesagt worden, „dass die katholische Kirche Abtreibung – so sehr sie gesellschaftlich auch akzeptiert sein mag – als „verabscheuungswürdiges Verbrechen“ (GS 51) bezeichnet“, kritisiert Kaschner.

Kritik an Widerspruchslosigkeit

Die Generalsekretärin wird dann sehr deutlich: „Wenn solchen und ähnlichen Forderungen nicht widersprochen wird, wenn sie stillschweigend geduldet oder sogar noch unterstützt werden, ist es sicher kein Wunder, wenn die zentralen Themen des Synodalen Weges scheinbar so missverstanden werden.“

Nicht „Verwunderung und Irritation“ seien angesagt, sondern „eine klarere Kommunikation“, die sich nicht scheue, „überzogenen Sichtweisen und Forderungen entgegenzutreten“. Während Laien, Kleriker aus aller Welt und der Papst Besorgnis kund tun, löse dies „bei den Insidern des Synodalen Weges wiederum Verwunderung und Irritation“ aus. Da gäbe es doch „große Verständnisprobleme“, so die Generalsekretärin.  DT/dsc

 

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