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Bischöfe und Zentralkomitee werten Synodalen Weg positiv

Präsidium betont die Erfolge des Synodalen Weges. Beschlüsse würden jedoch nicht alle sofort umgesetzt werden können. Der Weg soll weitergehen.
Präsidium betont die Erfolge des Synodalen Weges
Foto: Maximilian von Lachner (Synodaler Weg / Maximilian von L)

Auf der Abschlusspressekonferenz zur letzten Synodalversammlung des Synodalen Weges sagte der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz ihm sei ein großer Stein vom Herzen gefallen, weil man im synodalen Lernen große Fortschritte gemacht habe. Der Synodale Weg habe funktioniert, er sei kein zahnloser Tiger. Er sei Ausdruck einer lebendigen, bunten und diversen Kirche. Den Vorwurf zu spalten, wies Bätzing erneut zurück. Der Präsident des Synodalen Weges sagte, Rom sei nicht die alleinige Entscheidungsinstanz der Kirche und forderte eine synodale Reaktion aus Rom auf die jetzigen Beschlüsse. Synodalität in Deutschland sei auf Dauer gestellt worden, so Bätzing. Zum Synodalen Rat kündigte Bätzing weitere Gespräche mit Rom an.

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Den Präambeltext des Vorstandes nannte Bätzing eine Klammer um den Synodalen Weg. Er bedankte sich für das Zusammenspiel mit dem ZdK auf dem Synodalen Weg.  an habe nicht alles beschließen können, aber die Weichen gestellt. Die Entscheidungen zeigten den Gläubigen, dass die Kirche in der Lage sei, sich zu verändern. Eine Klassifizierung der Beschlüsse, so Bätzing, wolle er nicht vornehmen. Kirche verändere sich sichtbar, so der Präsident des Synodalen Weges. Auf Nachfrage der Tagespost antwortete Bätzing, dass der Synodale Weg keine signifikante Auswirkung auf die hohen Austrittszahlen aus der katholischen Kirche haben werde. 

Es fängt erst an

Die Präsidentin des ZdK Irme Stetter- Karp bezeichnete den Synodalen Weg sowohl als einen Ausdruck eines noch nicht erreichten als auch als einer großen Hoffnung. Der Synodale Weg, so Stetter- Karp fange gerade erst an. Die großen Themen lägen zur Entscheidung an, niemand könne das Rückgängig machen. Sie sehe eine neue Gesprächskultur. Bischöfe müssten nicht allein entscheiden. Die ZdK – Präsidentin zählte die Entscheidungen auf und bezeichnete insbesondere die Segensfeiern, Diakonat der Frau, Predigt von Frauen als Erfolge. Diese Kirche, so Stetter- Karp könne nicht bleiben, wie sie sei. Es sei nicht gelungen, kritisierte sie, die katholische Kirche in Deutschland strukturell zu verändern.

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Diese Veränderung habe die Kirche Stetter- Karp zu Folge noch vor sich. Sie bedauere, dass eine kleine Minderheit der Bischöfe in Deutschland die strukturelle Veränderung verhindern wolle. Man wolle nun auf dem Weg zur Weltsynode in Rom die Netzwerke stärken. Themen des Synodalen Weges sieht die Laienfunktionärin auch in anderen Ländern. Man wolle die Kirche in die Zukunft bringen. Man setze dabei auf die Bischöfe, die eine synodale Kirche wollen. Der Synodale Weg fange gerade erst an. 

Weiter in der Frauenfrage

Franz- Josef Bode bezeichnete den Abschluss des Synodalen Weges als historisch. Den Synodalen Weg selber bezeichnete Bode als Weg zur Erneuerung der Kirche in Deutschland. Den Text zur Frauenweihe sieht Bode als Fortschritt für die Kirche an. Er wertete die Möglichkeit der Segensfeiern für Liebende als positiv. Eine pastorale Handreichung dazu solle schnell erarbeitet werden. Man sei in der Frauenfrage einen erheblichen Schritt weitergekommen, so der stellvertretende der Frauenkommission der DBK. Auch wenn es für Frauen nur ein winziger Fortschritt sei. Es habe ihn sehr berührt. Der Synodale Weg sei für ihn ein Lernort, wie man als Kirche neu Salz und Licht sein könne, um in die Gesellschaft hinein zu wirken. Er wüsche sich den mutigen Blick nach vorn und weniger Angst 

Söding sieht Sternstunden 

Thomas Söding stellte fest, man wolle weiter gehen, man könne es und man werde es. Der Theologe nannte die geistlichen Momente als Sternstunden und ebenso sah er die theologischen Argumentationen während der Versammlungen. Als schwache Momente bezeichnete er Rechthaberei und verklärte Blicke in die Vergangenheit. Man habe viel angestoßen. In dem Zusammenhang nannte er unter anderem die Segensfeiern für Liebende. Predigten von Frauen und andere Beschlüsse nannte er einen wichtigen Fortschritt. Bezüglich der Umsetzung der Beschlüsse sagte er, diese würden nicht morgen schon umgesetzt. Der Synodale Ausschuss müsse sich mit Synodalität in Diözesen und Pfarreien auseinandersetzen. Die Vertagung der Entscheidung in den Ausschuss bezeichnete Söding als richtig. Die Mehrheit der Bischöfe wolle Veränderungen, diese Bischöfe könnten in ihren Diözesen vorangehen. Man wolle auf dem Synodalen Weg weitergehen, betonte Söding. 

Apostolischer Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterović
Foto: Maximilian von Lachner (Synodaler Weg / Maximilian von L) | Auch der Apostolischer Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterović folgte den Aussprachen und Abstimmungen bei der fünften Versammlung des Synodalen Weges.

Zehn Texte bearbeitet

Die Versammlung hatte sich mit zehn Texten befasst, von denen neun angenommen wurden und einer in den Synodalen Ausschuss überwiesen wurde. Insgesamt hat der Synodale Weg 15 Texte verabschiedet. Wie dieser Ausschuss arbeiten soll, ist nach wie vor unklar. Die Frage eines Teilnehmers danach blieb unbeantwortet. Zudem gab es eine künstlerische Performance im Frankfurter Dom und die als „Einhalt“ bezeichneten Wortgottesdienste. Zahlreiche Texte stehen in Spannung zu Äußerungen des römischen Lehramts. Es bleibt abzuwarten, ob in welchem Format der Vatikan das vom Vorsitzenden der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing erbetene Gespräch wirklich anbieten wird. Einige Ausländische Beobachter verfolgten die Versammlung. Es gab Rückmeldungen aus Österreich, Italien, Tansania, Australien und Peru. Auch der Apostolische Nuntius Erzbischof Dr. Nikola Eterović folgte den Aussprachen und Abstimmungen.

Die Versammlung endet mit einem Abschlussgottesdienst im Frankfurter Dom. In drei Jahren wird die Versammlung noch einmal tagen, um die Beschlüsse des Synodalen Weges zu evaluieren. Bis dahin soll die Arbeit vom Synodalen Ausschuss weitergeführt werden, der unter anderem einen Synodalen Rat errichten soll.  DT/pwi

Lesen Sie in der kommenden Ausgabe der Tagespost umfassende Berichte, Hintergründe und Meinungen zur fünften Vollversammlung des Synodalen Weges in Frankfurt.

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