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Bätzing kündigt Alleingang in seinem Bistum an

Trotz der Ablehnung des Grundtextes zur „Neubewertung der Sexualität“ soll dieser „in die Weltkirche transportiert werden“. Doch es gibt Gegenstimmen.
Bätzing kündigte an, dass er den Grundtext in seinem Bistum zur Beratung empfehlen werde
Foto: Maximilian von Lachner (Synodaler Weg / Maximilian von L) | Bätzing kündigte an, dass er den Grundtext in seinem Bistum zur Beratung empfehlen werde: „Für mich persönlich besteht die Verpflichtung, diesen Text meinen synodalen Gremien vorzulegen zur Beratung und Entscheidung, ...

Nach der Ablehnung des Grundtextes „Leben in gelingenden Beziehungen“ beim Synodalen Weg am Donnerstagabend hat der zweite Tag der Synodalversammlung mit einer Erklärung der Vorsitzenden des Synodalen Wegs, Bischof Georg Bätzing und Irme Stetter-Karp, begonnen.

Bätzing: Text im Bistum Limburg Wirklichkeit werden lassen

Bätzing, der auch Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz (DBK) ist, sagte, er wolle den Text dennoch in die weltkirchlichen Beratungen einbringen: „Der Text ist mit seinem festgestellten Abstimmungsergebnis ein Ergebnis der Arbeit des Synodalen Weges und deshalb werden wir ihn auf die Ebene der Weltkirche transportieren, wenn wir im November zum Ad-limina-Besuch in Rom sind, wenn wir im Januar daran gehen, die Weltsynode vorzubereiten mit den kontinentalen Bischofskonferenzen.“

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Darüber hinaus soll der abgelehnte Grundtext in die Beratungen der Bischofskonferenz hineingenommen werden. Von den Bischöfen werde erwartet, „dass es zu dieser Frage von uns Bischöfen eine inhaltliche Positionierung gibt, wenn dieser Text nicht die gemeinsame Positionierung der Bischofskonferenz sein kann“, so Bätzing.

Als Drittes kündigte der DBK-Vorsitzende an, dass er den Grundtext in seinem Bistum zur Beratung empfehlen werde: „Für mich persönlich besteht die Verpflichtung, diesen Text meinen synodalen Gremien vorzulegen zur Beratung und Entscheidung, und ihn im Bistum Limburg Wirklichkeit werden zu lassen.“

Oster warnt vor Alleingang

Zuvor hatte bereits der Bischof von Dresden-Meißen, Heinrich Timmerevers, in einer Erklärung auf der Bistumshomepage betont, dass der abgelehnte Grundlagentext „für mein Handeln als Bischof von Dresden-Meißen handlungsweisend“ bleibe. Er sehe in dem Text, an dem er mitgearbeitet habe und dem er seine „volle Zustimmung“ gebe, „nach wie vor ein zentrale Leitlinie für die zukünftige Auffassung der Kirche zur Sexualität“.

Allerdings gab es in der darauffolgenden Aussprache auch Gegenstimmen. So fragte Schwester Philippa Rath OSB, wie ein abgelehnter Text „in die Weltkirche transportiert“ werden solle: „Ich frage mich, wie kann das geschehen, wenn die Bischöfe mit gespaltener Zunge oder überhaupt gespaltener Stimme zu diesem Text stehen. Das ist nicht überzeugend, und es wird in der Weltkirche nicht überzeugend sein.“

Deutliche Worte zum Alleingang Bischofs Bätzings in seinem Bistum Limburg fand der Passauer Bischof Stefan Oster: „Ich frage mich, ob damit Du gewissermaßen etwas vorwegnimmst, was immer schon geplant war, wenn die Mehrheit nicht mitgeht.“ Sollte dies „das Anliegen des Synodalen Weges“ sein, dann würde dies bedeuten, „einzelne Bistümer machen ihr eigenes Ding in so wichtigen existenziellen Fragen.“  DT/jg/mlu

Lesen Sie ausführliche Hintergründe, Berichte und Analysen zur vierten Synodalversammlung in der kommenden Ausgabe der "Tagespost".

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