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„Wir sind Kirche“: Reformideen an Jüngere weitergeben

Nicht nur protestieren, sondern auch reflektieren, fordert Theologieprofessor Norbert Mette. Zum 30-jährigen Jubiläum will „Wir sind Kirche“ neue Wege einschlagen.
Stabübergabe beim Staffellauf
Foto: IMAGO / bonn-sequenz | Die innerkirchliche Reformbewegung "Wir sind Kirche" will ihre Reformideen an Jüngere weitergeben.

Die innerkirchliche Bewegung „Wir sind Kirche“, die sich für eine Erneuerung der römisch-katholischen Kirche einsetzt, will sich künftig verstärkt mit der jüngeren Generation vernetzen, um ihre Reformanliegen weiterzugeben. Das teilte die Bewegung bei einer Versammlung zu ihrem 30-jährigen Bestehen am vergangenen Wochenende in Nürnberg mit.

Als Kernthemen der Bewegung wurden dabei Partizipation, eine wirklich geschwisterliche Kirche, die Gleichberechtigung von Frauen, Dienste in der Kirche, Zölibat und Sexualmoral genannt. Hoffnungsvoll blickt die Bewegung auf das Bekenntnis Papst Leos XIV. zur Synodalität sowie auf dessen Schreiben „Dilexi te“, aber „Wir sind Kirche“ sei weiter gefordert. Künftig will die Bewegung, deren Mitglieder hauptsächlich zur „Generation Konzil“ gehören, „die Weitergabe der Botschaft Jesu an Menschen in den nachwachsenden Generationen“ verstärkt in den Blick nehmen. Zur Vernetzung mit jüngeren Menschen könne beispielsweise ein eigenes Team eingerichtet werden.

In einem Vortrag referierte der emeritierte Theologieprofessor Norbert Mette über Sinn und Erfolg von Reformbewegungen. Reformen in der Kirche führten nicht zu einer größeren Zustimmung zu Glaube und Kirche, so Mette. Zudem könne die These, dass Menschen ohne Religion etwas fehle, nicht länger aufrechterhalten werden. Deshalb sei eine Begegnung und Kooperation von Gläubigen und Nichtgläubigen auf Augenhöhe sowie ein Einlassen auf das moderne Selbstverständnis des Menschen von Seiten der Kirche nötig. Reformbewegungen hätten Mette zufolge nicht nur die Aufgabe, gegen kirchenpolitische Maßnahmen zu protestieren, sondern auch ihr eigenes Tun theologisch zu reflektieren.

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Bei der Versammlung in Nürnberg wurden außerdem Bundesteam und Vorstand neu gewählt. Teil des Bundesteams sind neben der Philosophin Ma Adler aus dem Landkreis Leer in Ostfriesland, der Volkskundlerin Sigrid Grabmeier aus Deggendorf sowie dem Baustoffverfahrenstechniker Konrad Mundo aus Berlin auch Jurist Christoph Schomer aus Remagen sowie Stadtplaner Christian Weisner aus Dachau. Der Vorstand besteht in Zukunft aus dem Hörgeschädigtenpädagogen Johann Bürgstein aus Schleswig, der Kassler Romanistin Susanne Ludewig und Ute Heberer aus Rheinstetten. (DT/tmue)

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