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Wiener Kardinal Schönborn lobt Kampf des Papstes gegen Missbrauch

Papst Franziskus stelle sich klar auf die Seite der Betroffenen und betone, dass der erste Blick den Opfern von Missbrauch gelten müsse, so Kardinal Schönborn. Das zentrale Anliegen seines Pontifikats sei die Freude des Evangeliums.
Christoph Schönborn zu Missbrauch in der Kirche
Foto: Hans Punz (APA) | Der Wiener Kardinal Schönborn hat den Kinderschutzgipfel im Vatikan „als äußerst positiv und zukunftsorientiert erlebt“. Als Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz hat er daran teilgenommen.

Der Wiener Kardinal Christoph Schönborn sieht die Freude des Evangeliums als das zentrale Thema des Pontifikats von Papst Franziskus. Von Anfang an habe er allen zugerufen, sich die Freude am Evangelium nicht nehmen zu lassen. „Immer wieder richtet sich der Blick auf das Evangelium, auf das Wort Gottes, auf die Gestalt Jesu und seine Verkörperung des Evangeliums“, erklärte Schönborn im Gespräch mit „Vatican News“.

Missbrauch raubt Menschen die Freude des Evangeliums

Auch die Verbrechen des Missbrauchs innerhalb der katholischen Kirche, von denen Franziskus' Pontifikat zuletzt geprägt war, stehen für den Wiener Erzbischof in Zusammenhang mit der Freude des Evangeliums. „Denn was ist Missbrauch – vor allem bei Minderjährigen, Schutzlosen – anders, als dass Menschen die Freude des Evangeliums geraubt und zerstört wird durch Verkünder der Frohbotschaft, Menschen, die eigentlich die Frohe Botschaft verkündigen sollten.“

Papst Franziskus stelle sich klar auf die Seite der Betroffenen und betone, dass der erste Blick den Opfern von Missbrauch gelten müsse, so Kardinal Schönborn weiter. „Besonders Missbrauch Schwachen und Kleinen gegenüber ist so konträr gegenüber dem Evangelium, dass, wer die Freude des Evangeliums verkünden will, das Übel der Zerstörung dieser Freude natürlich bekämpfen muss.“

Schönborn weist Kritik an Missbrauchsgipfel zurück

Im Gespräch mit „Vatican News“ zeigte sich Schönborn auch dankbar, dass Papst Franziskus im Februar den Kinderschutzgipfel im Vatikan einberufen habe. Kritik an dem Treffen aller Bischofskonferenz-Vorsitzenden sei seiner Meinung nach zu Unrecht geäußert worden. Er habe die Konferenz „als äußerst positiv und zukunftsorientiert erlebt“, so Kardinal Schönborn, der als Vorsitzender der österreichischen Bischofskonferenz daran teilgenommen hat. Papst Franziskus habe deutlich machen wollen, dass es in allen Teilen der Welt und der katholischen Kirche ein klares gemeinsames Bemühen und Kämpfen darum geben müsse, dass die Diener des Evangeliums nicht zu Boten des Gegenevangeliums würden, „des totalen Gegenzeugnisses zur Barmherzigkeit“.

Dass Kinder Opfer von Missbrauch werden, dürfe es in der Kirche nicht geben, so Schönborn. „Es ist äußerst kohärent mit dem, was Papst Franziskus am Anfang seines Pontifikats gewollt und gesagt hat: Die Freude des Evangeliums dürfen wir uns nicht nehmen lassen. Sie muss wieder aufleben!“

DT/mlu

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