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Voderholzer: Benedikt ist „grundehrlicher und liebenswürdiger Mensch“

Der Regensburger Bischof kritisiert den Versuch von Ratzinger-Gegnern, dessen „Lebenswerk zerstören“ zu wollen.
Bischof Rudolf Voderholzer hat sich schützend vor emeritierten Papst Benedikt XVI. gestellt.
Foto: Armin Weigel (dpa) | Bischof Voderholzer ist bereits seit langem mit dem emeritierten Papst sowohl persönlich als auch theologisch verbunden: Seit der Lektüre von Joseph Ratzingers „Einführung in das Christentum“ als Abiturient ist er ...

Der Regensburger Bischof Rudolf Voderholzer hat sich schützend vor den nach dem Münchner Missbrauchsgutachten unter Beschuss geratenen emeritierten Papst Benedikt XVI. gestellt. 

Voderholzer: Gerechtigkeit für Benedikt XVI.

Er selbst habe diesen immer als einen „aufrichtigen und grundehrlichen, auch einen sensiblen und liebenswürdigen Menschen kennengelernt“, sagte Voderholzer am Mittwochabend während eines Pontifikalamtes zum Fest Darstellung des Herrn im Regensburger Dom. Mit seinen Schriften habe Benedikt XVI. vielen Menschen „den Glauben in seiner Schönheit und Heilsamkeit erschlossen“. Dazu gehöre auch die Erkenntnis, dass sich Glaube und Vernunft nicht ausschlössen.

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In diesen Tagen müsse Benedikt miterleben, „wie von verschiedenen Seiten versucht wird, sein Lebenswerk zu zerstören“, sagte Voderholzer. Der Bischof verwies darauf, dass es ihm „nicht um Apologetik oder Mitleid, oder gar um eine erneute Leugnung von Schuld und Versagen“ gehe, sondern um das Festhalten von Gerechtigkeit. Dabei ging er auf die Aussage des emeritierten Papstes im Rahmen des Münchner Missbrauchsgutachten ein. Dieser hatte in seiner 82-seitigen Stellungnahme verneint, an einer umstrittenen Ordinariatskonferenz im Januar 1980 teilgenommen zu haben. Benedikt nahm die Aussage später entschuldigend zurück. Der Fehler sei aus „Versehen“ passiert.

Benedikt und Voderholzer: Theologische und persönliche Verbundenheit

Voderholzer sprach von einem „unbegreiflichen Fehler derer, die für Benedikt die Texte verfassen.“ Ebenso wie schon der Passauer Bischof Stefan Oster wies der Regensburger Oberhirte darauf hin, dass man in der von Benedikt autorisierten Biographie von Peter Seewald auf der Seite 938 nachlesen könne, dass der damalige Erzbischof Ratzinger sowohl an der Sitzung teilgenommen habe, aber auch, dass es gar nicht um die Frage ging, ob der betreffende Priester in der Seelsorge eingesetzt wird.

Bischof Voderholzer ist bereits seit langem mit dem emeritierten Papst sowohl persönlich als auch theologisch verbunden: Seit der Lektüre von Joseph Ratzingers „Einführung in das Christentum“ als Abiturient ist er mit dessen theologischen Werk vertraut. Zudem teilt Vorderholzer Ratzingers persönliche Vorliebe für den großen katholischen Theologen Henri Kardinal de Lubac (1896-1991), über dessen Bibelhermeneutik sich Voderholzer promovierte und über dessen Werk er als Experte gilt. Zudem ist Voderholzer Direktor des Regensburger Instituts Papst Benedikt XVI., das seit 2008 die Gesammelten Schriften Joseph Ratzingers bis zu dessen Papstwahl herausgibt.  DT/sta

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