Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kirche

SELK sieht Vorschläge der Bischofskonferenz zur Interkommunion kritisch

In der „Tagespost“ äußert sich die SELK zur Entscheidung der Deutschen Bischofskonferenz, künftig bei konfessionsverschiedenen Ehen auch den protestantischen Ehepartner gastweise zur Eucharistie zuzulassen.
Kommunion
Foto: Bernd Thissen (dpa) | In der SELK wie auch in der römisch-katholischen Kirche gelte ekklesiologisch, dass Kirchengemeinschaft und Sakramentsgemeinschaft sich gegenseitig bedingten, Probst Kelter

Die Selbstständige Evangelisch-Lutherische Kirche (SELK) erlaubt es unter bestimmten Voraussetzungen, dass ein römisch-katholischer Ehepartner eines SELK-Kirchgliedes die Kommunion an einem Altar der SELK empfängt. „Dann nämlich, wenn der zuständige Pfarrer in diesem Wunsch ein ernsthaftes, geistlich begründetes Begehren erkennen kann“, erkärt Propst Gert Kelter, Ökumenereferent der SELK in Görlitz, in einem Gastbeitrag für die „Tagespost“. Zudem müsse der römisch-katholische Ehepartner in Glauben und Bekenntnis mit der in der SELK geltenden Lehre übereinstimmen und der Ortspfarrer diese Sakramentszulassung in Wahrnehmung seiner persönlichen seelsorglichen Verantwortung aussprechen. „In der Regel wird der lutherische Pfarrer den römisch-katholischen Ehepartner darauf hinweisen, dass dessen Kommunionsempfang außerhalb seiner Kirche nicht mit dem dort geltenden Kirchenrecht übereinstimmt und gegebenenfalls auch auf die kirchenrechtlichen Konsequenzen aufmerksam machen“, so Propst Kelter weiter.

Zudem weist Kelter darauf hin, dass in der SELK wie auch in der römisch-katholischen Kirche ekklesiologisch gelte, dass Kirchengemeinschaft und Sakramentsgemeinschaft sich gegenseitig bedingten und die Feststellung von Lehr- und Bekenntnisgemeinschaft voraussetzten. Den Wunsch zweier gläubiger, eucharistisch-frommer Eheleute, gemeinsam das Heilige Mahl zu empfangen, sei „seelsorglich nachvollziehbar“. Propst Kelter betont allerdings, dass Pfarrer der SELK ihren in gemischtkonfessionellen Ehen lebenden Kirchgliedern nicht raten, die nun durch die Deutsche Bischofskonferenz eröffnete Möglichkeit in Anspruch zu nehmen.

DT  

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Deutsche Bischofskonferenz Evangelisch-Lutherische Kirche Kirchenrecht Martin Luther Pfarrer und Pastoren Römisch-katholische Kirche

Weitere Artikel

Der neue Bischof von Münster wird herzlich empfangen. Zugleich verbinden Verbände, Gemeinschaften und Gläubige mit ihm unterschiedliche Erwartungen.
24.06.2026, 16 Uhr
Dorothea Schmidt
Die mit 95 Jahren Verspätung herausgegebene Arbeit Eberhard Michelssons dokumentiert die gottlose Repression der Kirche in der Sowjetunion.
13.04.2026, 15 Uhr
Uwe Wolff

Kirche

Ein Neupriester aus dem Seminar Wiegratzbad ist der Kroate Pater Stjepan Androić. Mit der „Tagespost“ spricht er über seine Berufung – und worauf er sich nun freut.
04.07.2026, 09 Uhr
Elisabeth Hüffer
Mehr Andacht, weniger Reliquienverehrung: So funktioniert die neue Zweiteilung des Kölner Doms nach der Einführung der Eintrittspreise. Ein Erfahrungsbericht.
03.07.2026, 15 Uhr
Regina Einig
Der Vatikan legt getrennte Verfahren für Priester und Laien der Piusbruderschaft vor, die in die volle Gemeinschaft mit der katholischen Kirche zurückkehren wollen.
03.07.2026, 14 Uhr
Meldung
In guten wie in schlechten Zeiten sollten wir Gott danken, schreibt Kurt Kardinal Koch. Nach dem Vorbild Jesu, der in der äußersten Niederlage seines irdischen Lebens dankt.
04.07.2026, 21 Uhr
Kurt Kardinal Koch