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Ordinatio sacerdotalis: Danke, heiliger Johannes Paul!

Johannes Paul II. schätzte die Frauen und schuf ihnen mit Ordinatio sacerdotalis vor 30 Jahren im Geist der Tradition einen Freiraum. Zugleich stärkte er das Profil der Kirche.
Papst Johannes Paul II. zu Besuch in München
Foto: Sammy Minkoff via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Mit seiner Entscheidung, die Zulassung von Frauen zum Weiheamt auszuschließen, erfüllte Johannes Paul II. den Willen Gottes.

Als Johannes Paul II. am 22. Mai 1994 die Zulassung von Frauen zum Weiheamt definitiv ausschloss, haderten die wenigsten Katholikinnen damit. Dass der Papst mit seiner Entscheidung den Willen Gottes erfüllte, hinderte keine Katholikin daran, die Kirche mitzugestalten. Der sensus fidei zeigte sich im Bewusstsein, dass die Berufungen der Frauen ein Geschenk sind.

Zum Erbe der untergehenden Volkskirche gehört bis heute das Beispiel unzähliger gläubigen Frauen, die sich als Vorbilder eingeprägt haben und Leitungskompetenz und Autorität verkörperten – und zwar ohne Weiheamt. Mancher Pfarrer, der heute von den Beschlüssen seiner Pfarrgremien mehr eingezwängt als getragen wird, kann von den Entscheidungsspielräumen einer Oberin eines kirchlichen Krankenhauses oder einer Schulleiterin des 20. Jahrhunderts nur träumen. 

Alleinstellungsmerkmal für die katholische Kirche

Johannes Paul II. schätzte die Frauen und schuf ihnen im Geist der Tradition einen Freiraum – ob es ihnen bewusst ist oder nicht. Zugleich stärkte der Papst das Profil der Kirche durch ein Alleinstellungsmerkmal. Denn das Beispiel der evangelischen Schwestern zeigt, dass die Zulassung von Frauen zum Pfarreramt nicht die Himmelstür zur gleichberechtigten Kirche aufstößt, sondern das Tor für Gleichstellungskonflikte sperrangelweit aufreißt. Die Dauerforderung hauptamtlicher Mitarbeiterinnen der Landeskirchen nach mehr Gleichberechtigung zeigt, dass die Ämterfrage den Geschlechterkampf ebensowenig löst wie Gleichstellungskonflikte. 

Kürzlich klagten bayerische Protestantinnen, dass nur drei von 13 Stellen im Landeskirchenrat von Frauen besetzt seien – eine derartiges Amtsverständnis bringt niemandem das Evangelium näher und gewinnt keinen Menschen für Christus. Dass Papst Johannes Paul II. den Willen Gottes erkannte, als er der Politisierung der katholischen Kirche via Frauenweihe einen Riegel vor-schob, ist ein Grund zur Dankbarkeit.  

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