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Münsteraner Bischof Genn: Indirekte Kritik an „Maria 2.0“

Wenn die Gottesmutter „verzweckt“ werde, sei dies für ihn eine unüberschreitbare Grenze, so der Münsteraner Bischof Felix Genn. Zugleich forderte er eine Differenzierung zwischen Emotion und Sachfragen.
Münsteraner Bischof Genn: Kritik an Verzweckung Mariens
Foto: Rolf Vennenbernd (dpa) | Er setze sich innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz dafür ein, dass Fragen zur Rolle der Frauen in der Kirche gut „kanalisiert“ würden „in Gesprächsprozesse, an denen wir möglichst viele in der deutschen Kirche ...

Auch der Münsteraner Bischof Felix Genn reiht sich ein in die Liste der deutschen Oberhirten, die sich gegen die Aktion „Maria 2.0“ positionieren. Ähnlich wie der Kölner Kardinal Woelki kritisierte er die Protestbewegung in einer Predigt, ohne sie dabei direkt zu nennen. Im Rahmen eines Gottesdienstes zum Familienfest des Bischöflichen Generalvikariates am Wochenende im Paulusdom zu Münster warnte Genn vor einer „Verzweckung der Gottesmutter Maria“.

Genn: Grenzen bei Themen, die "gesamtkirchlich verbunden sind"

Darüber hinaus erklärte der Münsteraner Bischof, warum er sich zuvor nicht zu der Aktion geäußert  hatte. Er setze sich innerhalb der Deutschen Bischofskonferenz dafür ein, dass Fragen zur Rolle der Frauen in der Kirche gut „kanalisiert“ würden „in Gesprächsprozesse, an denen wir möglichst viele in der deutschen Kirche beteiligen“. Das Nachrichtenportal „Kirche + Leben“ hatte zuerst darüber berichtet. Diese Aufgabe stehe im Dienst an der Einheit der katholischen Kirche, so Genn weiter. Jedoch stoße man bei Themen an Grenzen, „die gesamtkirchlich verbunden sind“.

Genn forderte eine Differenzierung zwischen Emotion und Sachfragen. „„Schließlich ist es eine Entscheidung, wie sinnvoll es ist, in Emotionen einzugreifen oder besser nicht, weil Öl ins Feuer zu gießen auch keine Hilfe ist.“ Grenzen gebe es da, „wo das Heiligste berührt ist, zum Beispiel die Heilige Messe“ oder eben, wenn die Gottesmutter verzweckt werde. „Das ist für mich eine unüberschreitbare Grenze – und das will ich ganz offen und ehrlich sagen.“

Die Deutsche Bischofskonferenz lehnt den Kirchenstreik ab

Forderungen der Initiative „Maria 2.0“ sind unter anderem der Zugang von Frauen zu allen kirchlichen Ämtern, eine konsequente Aufklärung der Missbrauchsfälle und eine Sexualmoral, die „der Lebenswelt von Menschen angepasst“ sei. Die Deutsche Bischofskonferenz (DBK) selbst lehnte den Kirchenstreik ab. „Die deutschen Bischöfe verstehen die Unruhe und sehen Änderungsbedarf“, sagte Pressesprecher Matthias Kopp dem ZDF. Streik sei jedoch nicht das richtige Mittel.

DT/mlu

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