Salzburg/Limburg/London

Massaker von Butscha: Kirchenvertreter reagieren mit Entsetzen

„Tief erschüttert“ über die Bilder aus dem Kiewer Vorort zeigt sich der Salzburger Erzbischof Lackner. Der DBK-Vorsitzende Bätzing spricht von einem Verbrechen, das gesühnt werden müsse.
Ukraine-Krieg - Butscha
Foto: Rodrigo Abd (AP) | Die 57-jährige Tanya Nedashkivs'ka trauert um ihren Mann, der in Butscha am Stadtrand von Kiew getötet wurde. Kirchenvertreter äußern sich schockiert über das Ausmaß des Grauens in dem Ort.

Auch bei führenden Kirchenvertretern im deutschsprachigen Raum sorgt das Massaker an ukrainischen Zivilisten in dem Kiewer Vorort Butscha für Entsetzen. Tief erschüttert über die Bilder aus Butscha hat sich der Vorsitzende der Österreichischen Bischofskonferenz Franz Lackner gezeigt. Die Bilder, die von einem gezielten Massaker an Zivilisten zeugten, seien Ausdruck einer „erschütternden Eskalation“ der Gewalt, so der Salzburger Erzbischof am Montag in einer Stellungnahme gegenüber der österreichischen katholischen Nachrichtenagentur „Kathpress“. 

"Dieses Grauen ist ein Sakrileg"

Wörtlich erklärte Lackner: „Dieses Grauen ist ein Sakrileg, eine himmelschreiende Sünde.“ Die Verantwortlichen müssten zur Rechenschaft gezogen werden. „Dieser katastrophale Krieg muss ein Ende haben“, so Lackner. Der Salzburger Erzbischof rief auch zum Gebet für die Opfer und für den Frieden auf. „Beten wir für die Leidenden in der Ukraine und in Russland. Helfen wir mit offenen Händen und offenem Herzen allen, die bei uns nun eine neue Heimat finden müssen. Wir vergessen euch nicht!“

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Entsetzt äußerte sich auch der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Limburger Bischof Georg Bätzing. „Die Ermordung von Zivilisten ist auch im Krieg ein schweres Verbrechen, das gesühnt werden muss“, schrieb Bätzing am Sonntagabend auf dem Kurzmitteilungsdienst Twitter. Die russische Armee, die Justiz und die Regierung seien verpflichtet, gegen die Verantwortlichen vorzugehen, „sonst handeln sie selbst kriminell“. 

Mit dem Krieg geht die Menschlichkeit verloren

Auch Bätzing erklärte, „für die Opfer und die Hinterbliebenen“ aus dem Kiewer Vorort Butscha zu beten, den die ukrainische Armee am Sonntag zurückerobert hatte. Er bete aber auch um Reue für die Täter, so der Limburger Bischof.

Für den Anglikanerprimas und Erzbischof von Canterbury, Justin Welby, sind die Taten von Butscha ein Beweis dafür, wie „mit dem Krieg der Verlust unserer Menschlichkeit“ eintrete.  Auf Twitter schrieb Welby: „Mögen die, die diesen Kampf gegen das Volk der Ukraine anführen, ihre Menschlichkeit wiederfinden und dieses widerwärtige Töten von Gottes kostbaren Kindern einstellen.“  DT/mlu

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