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Zentralrat der Juden hebt Edith Steins Mut und Menschlichkeit hervor

Angesichts der „antisemitischen Stimmungsmache“ in Deutschland brauche es Edith Steins Mut, bei Missständen nicht wegzusehen.
Edith-Stein-Stolperstein
Foto: Hoens | Edith Stein habe am theologisch motivierten Antijudaismus partizipiert, zum anderen sei sie auf gewaltsame Weise Teil der jüdischen Schicksalsgemeinschaft während der Schoa geworden, betont der Zentralrat der Juden. 

Der Zentralrat der Juden hat das Zeugnis Edith Steins (1891-1942) gewürdigt. Ihr bereits 1933 verfasster Brandbrief an Papst Pius XI., in dem sie ihn beschwor, sich gegen den aufflammenden Antisemitismus zu positionieren, lege Zeugnis von ihrem Mut und ihrer Menschlichkeit in dunkelsten Zeiten ab, erklärte ein Sprecher des Zentralrats gegenüber dieser Zeitung.

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Den Mut, bei Missständen nicht wegzusehen und sich couragiert gegen das Unrecht einzusetzen, „brauchen wir auch heute angesichts der antisemitischen Stimmungsmache in unserem Land.“

Erinnerung an Edith Stein in jüdischer Welt ambivalent besetzt

Dem Zentralrat zufolge ist die Erinnerung an Edith Stein in der jüdischen Welt ambivalent besetzt – „was schon an ihrer Konversion und den zwei Namen deutlich wird“. Diese Ambivalenz gehöre zur Figur Edith Stein untrennbar dazu. Zum einen habe sie am theologisch motivierten Antijudaismus partizipiert, zum anderen sei sie auf gewaltsame Weise Teil der jüdischen Schicksalsgemeinschaft während der Schoa geworden. 

Der Generalobere des Karmel hatte kürzlich die Erhebung Edith Steins zur Kirchenlehrerin offiziell beantragt.  DT/reg

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