Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Papstreise

Trifft Ali Ağca jetzt Papst Leo?

Unerwarteter Gast: Der Attentäter von Johannes Paul II., Mehmet Ali Ağca, taucht in Iznik auf, verteidigt Papst Leo gegen türkische Verschwörungstheorien und hofft auf eine Begegnung mit ihm.
Mehmet Ali Agca 2010
Foto: imago stock&people via www.imago-images.de (www.imago-images.de) | Nun will er Papst Leo treffen: Mehmet Ali Agca bei seiner Entlassung aus der Haft 2010.

Mehmet Ali Ağca, der Mann, der 1981 auf Papst Johannes Paul II. geschossen hatte, möchte nun mit Papst Leo XIV. sprechen. Wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) am heutigen Freitag berichtet, hält sich Ağca derzeit im türkischen Iznik auf – jenem Ort, den auch der Papst heute besucht. Er heiße den Papst in der Türkei willkommen und hoffe auf ein persönliches Gespräch, sagte Ağca der türkischen Nachrichtenagentur DHA nach einem Besuch der historischen Sophienkirche im antiken Nizäa, die heute als Moschee genutzt wird.

Lesen Sie auch:

Wörtlich erklärte er: „Ich hoffe, dass ich mich hier in Iznik oder in Istanbul ein paar Minuten mit ihm zusammensetzen kann.“ Die türkische Polizei kontrolliert laut KNA bereits seit Tagen die Personalien aller Besucher und Passanten in der Stadt sowie an den Zufahrtsstraßen. Ob Ağca sich mit Wissen oder Duldung der Behörden in Iznik aufhält, ist unklar.

„Dumme und ignorante Verschwörungstheorien“

Nach Angaben der DHA hat Ağca den amtierenden Papst zudem gegen Verschwörungstheorien in Schutz genommen, die unter türkischen Nationalisten kursieren. Unter anderem wird behauptet, der Vatikan plane die Rückeroberung von Nizäa. Der 67-Jährige wies dies als „dumme und ignorante Verschwörungstheorien“ zurück und betonte, der Papst komme lediglich, um seinen Glauben zu bekennen. Zugleich riet er der Türkei, das Bündnis mit dem Vatikan zu suchen.

Ağca hatte 1981 auf dem Petersplatz mehrfach auf Johannes Paul II. geschossen und ihn lebensgefährlich verletzt. Der damalige Papst führte sein Überleben auf ein Wunder der Muttergottes zurück und besuchte den Attentäter später sogar im italienischen Gefängnis, wo er ihm vergab. Ağca verbrachte 19 Jahre in Haft, bevor er in die Türkei überstellt wurde, um dort eine Strafe wegen des Mordes an einem türkischen Journalisten abzusitzen. Nach seiner Entlassung im Jahr 2010 behauptete er unter anderem, den Auftrag für das Attentat aus dem Vatikan erhalten zu haben. Die Hintergründe der Tat wurden nie vollständig aufgeklärt.  DT/dsc

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen

Themen & Autoren
Meldung Johannes Paul II. KNA - Katholische Nachrichten Agentur Leo XIV. Mehmet Ali Ağca Papstreise Papstreisen Petersplatz

Weitere Artikel

Die erste Auslandsreise führte Papst Leo zum Jubiläum des Konzils von Nicäa in die Türkei – nicht aus Nostalgie, sondern für die Wiedervereinigung der gespaltenen Christenheit.
01.12.2025, 20 Uhr
Stephan Baier
Patriarch Bartholomaios benennt das „Filioque“ und die päpstliche Unfehlbarkeit als Hindernisse im Streben nach der Einheit von Orthodoxie und katholischer Kirche.
30.11.2025, 11 Uhr
Meldung

Kirche

Am Beschluss des Heiligen Jahres in der Ewigen Stadt nahm eine vielköpfige Pilgergruppe der Initiative „Neuer Anfang“ und der „Tagespost“ teil. Ein Wallfahrtsbericht.
12.01.2026, 16 Uhr
Thomas Philipp Reiter
Nur eine geeinte Kirche kann ein „Licht“ für die Völker sein. Auf der Suche nach der verlorenen Einheit hat der Papst mit den Kardinälen angefangen. Und vor den Diplomaten spricht er Tacheles.
09.01.2026, 11 Uhr
Guido Horst
Bei der letzten Sitzung der Synodalversammlung in Stuttgart geht es um Bilanz, Reformperspektiven und den Übergang zur Synodalkonferenz. Ob Rom dem Gremium zustimmen wird, ist weiterhin offen.
09.01.2026, 14 Uhr
Meldung
Die Kardinalsversammlung in Rom ist ohne Ergebnisse oder neue Ideen zu Ende gegangen. Dem Papst ging es darum, das Band der Einheit zu stärken. Aber viele fehlten.
09.01.2026, 10 Uhr
Guido Horst