Die Vollversammlung des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK) hat heute in Berlin „mit großer Mehrheit“, wie es in der Pressemitteilung des ZdK heißt, Irme Stetter-Karp als Präsidentin bestätigt. „Über 80 Prozent der Mitglieder“ sprachen sich demnach erneut für die dem ZdK seit 2021 als Präsidentin vorstehende Sozialwissenschaftlerin aus. Stetter-Karp trat dabei als einzige Kandidatin an. Wie die Katholische Nachrichtenagentur KNA berichtet, entfielen mit 127 gut drei Viertel der abgegebenen 169 Stimmen auf Stetter-Karp; 31 Mitglieder stimmten gegen die Laienfunktionärin, immerhin 11 enthielten sich, was in der prozentualen Auswertung jedoch regelmäßig nicht berücksichtigt wird. mit In einer Rede betonte die alte und neue Präsidentin den „Schatz der Vielfalt im ZdK“. Persönlich wolle sie „mit Energie und Leidenschaft“ die nächsten vier Jahre als Vorsitzende gestalten.
Weiterhin äußerte sich Stetter-Karp in ihrer Ansprache zur Bedeutung der katholischen Zivilgesellschaft für Kirche, Gesellschaft und Politik. Der Glaube gebe Kraft, öffentlich für die Würde aller Menschen einzustehen. Gemeinsam mit dem ZdK stehe sie in einer Zeit, in der Feinde der Demokratie stärker würden, dafür ein, dass Demokratie und Christsein zusammengehörten, so Stetter-Karp. „Wir zeigen Haltung – für eine gerechte Gesellschaft, für Zusammenhalt, für eine Erneuerung unserer Kirche!“ Gleichzeitig engagiere sich das ZdK auch für ein starkes, in die Tradition der Menschenrechte verankertes Europa.
Mock und Klose ausgeschieden
Außer Stetter-Karp wurden mit der Journalistik-Professorin Claudia Nothelle sowie dem Theologie-Professor Thomas Söding zwei weitere Mitglieder des Präsidiums im Amt bestätigt. Für die nicht erneut kandidierenden Birgit Mock und Wolfgang Klose rücken die Psychologin und Nahost- und Afrikaexpertin bei Misereor, Dorothee Klüppel, sowie der Volkswirt und Marktforscher Christian Gärtner, Vorsitzender des Landeskomitees der Katholiken in Bayern, nach.
Bereits am Morgen hatte Thomas Söding die Präsidiumserklärung „Das Europa der Zukunft gestalten“ präsentiert. Weitere wichtige Themen der Vollversammlung waren Migration, Extremismus, die Friedensbemühungen in der Ukraine sowie die deutsch-polnischen Beziehungen. Auf der Agenda stehen noch weitere Wahlen: So wird über die Sprecher der neu zugeschnittenen ZdK-Sachbereiche genauso abgestimmt wie über die Mitglieder des Hauptausschusses und der Gemeinsamen Konferenz aus Bischöfen und Laien. In weiteren Debatten stehen der sich wandelnde Sozialstaat und die Rolle der katholischen Zivilgesellschaft in den gesellschaftlichen Transformationsprozessen im Fokus. (DT/tmue)
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