Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kirche

„Maria 2.0“: Auch in den Fokus der säkularen Presse gerückt

Am Ende des „Kirchenstreiks“ steht keine Einigung zwischen Verhandlungspartnern, das Anliegen der Demonstrantinnen hat sich längst noch nicht erledigt. „Fast ein bisschen überrollt“ zeigt sich indes die Co-Initiatorin vom medialen Interesse.
Maria 2.0 in der säkularen Presse
Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa) | Die Forderungen hinter „Maria 2.0“ zählen schon längst zum Grundsatzprogramm des Zentralkomitees der deutschen Katholiken: Abschaffung des Zölibats, Reform der Sexualmoral, Weihesakrament für Frauen.

Die große Streikwoche in der katholischen Kirche in Deutschland ist vorüber. Noch ist offen, welche Folgen der Aufstand der Frauen unter dem Titel „Maria 2.0“ zeitigen wird. Am Ende des „Kirchenstreiks“ steht keine Einigung zwischen Verhandlungspartnern, das Anliegen der Demonstrantinnen hat sich längst noch nicht erledigt.

Co-Initiatorin Voß-Frick: Von Erfolg selbst überrascht

Doch einen Erfolg haben die demonstrierenden Frauen zu verbuchen. Mit großer Verve und Vehemenz hatten sie sich in der zurückliegenden Woche nicht nur innerkirchlich große Aufmerksamkeit verschafft. Die meist überschaubaren Protestkundgebungen im ganzen Land waren auch der säkularen Presse zahlreiche Berichte wert.

Von ihrem Erfolg zeigte sich selbst die Münsteraner Co-Initiatorin, Andrea Voß-Frick, überrascht. „Wir sind fast ein bisschen überrollt worden von dieser Entwicklung“, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung“. Dabei könne auch sie nicht mit Bestimmtheit sagen, welchen Effekt „Maria 2.0“ für die Gemeinden hatte. „Es sind weniger Menschen in den Gottesdiensten gewesen, mal ist ein Strickkreis ausgefallen, dort blieb eine Bücherei geschlossen“, so Voß-Frick.

Auf Seiten der Streik-Frauen stehen die beiden großen Frauenverbände

Wichtiger als der „Streik“ selbst ist die kirchenpolitische Debatte, um die er sich dreht. Auf Seiten der Streik-Frauen stehen zuvorderst die beiden großen Frauenverbände, die Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd) und der Katholische Deutsche Frauenbund (KDFB). Auch das Zentralkomitee der deutschen Katholiken (ZdK) stellte sich hinter das Anliegen. Die Forderungen hinter „Maria 2.0“ zählen ohnehin schon längst zum Grundsatzprogramm des Laiengremiums: Abschaffung des Zölibats, Reform der Sexualmoral, Weihesakrament für Frauen.

DT

Warum „Maria 2.0“ der kirchenpolitischen Debatte erhalten bleiben wird, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 23. Mai 2019.

Themen & Autoren
Katholische Frauengemeinschaft Deutschlands Bundesverband Maria 2.0 Säkularisation Zentralkomitee der deutschen Katholiken

Weitere Artikel

Thommy Schott ist mehr als ein Anwalt. Der fünffache Familienvater setzt sich mit seinem Verein Pro Fide Ecclesiae auch für seinen Glauben ein.
24.07.2026, 09 Uhr
Regina Einig
Papst Leo XIV. wird sich in Frankreich nicht nur mit einem übergriffigen Staat auseinandersetzen müssen, sondern auch mit der inneren Opposition.
24.09.2026, 15 Uhr
David Engels

Kirche

Populismus schlecht, Migration gut? Auf diese Klischees will Bischof Erik Varden sich nicht einlassen. Ein Segen!
28.09.2026, 11 Uhr
Sebastian Ostritsch
Die katholischen Bischöfe treffen sich zu ihrer traditionellen Herbstversammlung. Die Gesprächsthemen reichen von AfD bis Kirchenreformen. Gewählt werden neue Kommissionsvorsitzende.
28.09.2026, 08 Uhr
Leo XIV. ruft in Lourdes eindringlich zur Umkehr auf. Und verteidigt die Stimme der Kirche im öffentlichen Diskurs des laizistischen Frankreichs.
27.09.2026, 13 Uhr
Regina Einig