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Die Wut der frommen Frauen

Maria 2.0 – Frauen an die Macht, Zölibat weg, Sexualmoral „überdenken“. Die Forderungen sind sattsam bekannt.
Flashmob Maria 2.0 in Ulm
Foto: Karl-Josef Hildenbrand (dpa) | Frauen mit Pflastern über ihren Mündern stehen vor dem Ulmer Münster.

Maria 2.0 ist zunächst ein gutes Beispiel dafür, wie ein Medien-Hype im 21. Jahrhundert funktioniert.

Ein Schlagwort und ein paar Forderungen

Man braucht ein Schlagwort und ein paar klare Forderungen. Medien berichten dann darüber. Und andere Medien auch. Denn Medien berichten über Dinge, über die andere Medien berichten. Eine Kettenreaktion wird in Gang gesetzt. Schließlich will sich niemand nachsagen lassen, eine wichtige gesellschaftliche Entwicklung als solche zu spät erkannt zu haben. Pflichtschuldig wird zumindest die Pressemitteilung aufgenommen, zusammen mit einem schönen Foto.

Nachrichtenwert? Gleich Null!

Dabei ist der Nachrichtenwert gleich Null. Die Forderungen sind sattsam bekannt: Frauen an die Macht, Zölibat weg, Sexualmoral „überdenken“, „anpassen“, „ändern“. Oder den Bereich der Sexualität am besten gleich ganz aus der Morallehre streichen. Was geht's die alten Männer in Rom an! Was dagegen zu sagen ist, ist ebenfalls bekannt: Es geht in der Kirche nicht um Macht, sondern um Dienst. Der Zölibat ist bewährt, hat theologische Gründe und pastorale Vorzüge. Die Sexualität gehört zur Personalität des Menschen und ist daher immer Teilaspekt jeder Ethik – gerade einer solchen, die sagt: „Tu, was du willst!“

DT (jobo)

Warum die Tagesschau dennoch von „Erklärungsnot“ spricht, in welche „die männlichen Würdenträger“ durch Maria 2.0 geraten seien, und  wie „Wut“ mit „fromm“ zusammenpassen sollen, davon handelt der „Dicke Hund“ in der aktuellen Ausgabe der „Tagespost“ vom 23. Mai 2019. Kostenlos erhalten Sie diese Ausgabe hier.

Themen & Autoren
Josef Bordat Maria 2.0 Sexualethik Zölibat

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