Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Zum 75. Geburtstag

Kurt Kardinal Koch – ein Mann des Dialogs 

Seit 15 Jahren ist der gebürtige Schweizer Präfekt des Dikasteriums zur Förderung der Einheit der Christen im Vatikan. Heute wird er 75 Jahre alt. 
Kurienkardinal Kurt Koch, der Ökumene-Minister des Vatikans
Foto: IMAGO/Heike Lyding | Der Ökumene-Minister des Vatikans, Kurienkardinal Kurt Koch.

Kurt Kardinal Koch wird am heutigen Samstag 75 Jahre alt und erreicht damit die Altersgrenze, an der auch Kurienleiter dem Papst ihren Rücktritt anbieten. Der gebürtige Schweizer ist der letzte Deutschsprachige in einem der Spitzenämter des Vatikans: Koch ist seit 15 Jahren „Ökumene-Minister“ und gilt mit seiner theologischen Expertise und seiner weltweiten Vernetzung mit Dialogpartnern aus anderen christlichen Kirchen und Konfessionen sowie zum Judentum als einflussreiche Stimme im Vatikan. Papst Franziskus hat dessen Amtszeit zweimal verlängert.

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Auch dieser Zeitung ist der Kardinal seit langen Jahren verbunden: als Autor und Gesprächspartner, aber auch als Mitglied des Kuratoriums der „Tagespost-Stiftung für katholische Publizistik“. Zu Kochs literarischem Repertoire gehören nicht nur zahlreiche Artikel; er hat auch über 60 Bücher veröffentlicht, unter anderem zu Ökumene, Eucharistie, Christologie und Ekklesiologie. 

„Einheit in versöhnter Verschiedenheit"

In das Dikasterium zur Förderung der Einheit der Christen berufen hat ihn seiner Zeit Papst Benedikt XVI.. Damals lebte Koch noch in Basel, wo er von 1996 bis 2010 Bischof — sein Wahlspruch lautet „Christus hat in allem Vorrang“ — und von 2007 bis 2009 Präsident der Schweizer Bischofskonferenz gewesen ist. In einem Interview mit dem Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) erklärte Koch jüngst, dass ihm der Abschied aus der Heimat schwergefallen sei. Aber Benedikt hätte ihn überzeugt als er sagte, es brauche jemanden, der die aus der Reformation hervorgegangene Kirche nicht bloß aus Büchern kennen würde, sondern aus Erfahrung. Koch gilt heute als Kenner des Werks von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. und engagiert sich bei dessen Schülerkreisen. 

Zur Einheit der Christen erklärte Koch neulich, dass diese für die Glaubwürdigkeit der christlichen Botschaft wichtig sei. Es brauche eine „Einheit in versöhnter Verschiedenheit“. Darum unterstützte er auch die Sicht von Papst Johannes Paul II. in Bezug auf das Papstamt, die auch Papst Franziskus teilt: Das Papstamt als Dienst an der Einheit der Christen. Koch unterscheidet zwischen Petrusamt und Petrusdienst; dies sei keine Scheidung, klärte er einmal, sondern eine Unterscheidung zur Förderung des ökumenischen Díalogs.

Ergebnisse der von Johannes Paul II. initiierten ökumenischen Gespräche über die konkrete Ausübung des Primats des Papstes sind 2024 in dem Dokument „Der Bischof von Rom“ zusammengeflossen. Dieses Jahr steht im Kontext der christlichen Einheit ein Projekt in diesem Jahr besonders im Fokus des Schweizer Kardinals: das Gedenken an das Konzil von Nizäa 325, das weltweit als kirchenübergreifendes Jubiläum gefeiert werden soll.

Koch wurde am 15. März 1950 in Emmenbrücke (Luzern) geboren, studierte Theologie in Luzern und München und wurde 1982 zum Priester geweiht. 1987 promovierte und zwei Jahre später habilitierte er und übernahm eine Professur für Dogmatik und Liturgiewissenschaft an der Universität Luzern bis Papst Johannes Paul II. ihn 1995 zum Bischof von Basel ernannte. Am 22. März dieses Jahres wird Koch im Campo Santo Teutonico in Rom die Festschrift „Einheit und Einzigkeit“ überreicht, am 10. Mai findet zu seinen Ehren ein Festakt im Festsaal des Klosters Einsiedeln statt.  DT/dsc

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