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Kardinal Brandmüller sieht die Kirche in Gefahr

Bisher wisse niemand, wie der "Synodale Weg" gemeinsam begangen werden könne, meint Kardinal Walter Brandmüller.
Brandmüller kritisiert synodalen Weg
Foto: KNA | Wenn man die Äußerungen einer Reihe von Bischöfen betrachte, dann könne man wohl sagen, „dass dieser synodale Weg in die Katastrophe führt“, meint Kardinal Brandmüller im "Tagespost"-Interview.

Kardinal Walter Brandmüller sieht den von deutschen Bischöfe gewollten „Synodalen Weg“ skeptisch. Bisher wisse niemand, sagt er im Interview mit der „Tagespost“, wie dieser gemeinsame Weg gegangen werden, und zweitens, wohin er überhaupt führen soll. Wenn man die Äußerungen einer Reihe von Bischöfe betrachte, dann könne man wohl sagen, „dass dieser synodale Weg in die Katastrophe führt“. Oder, wenn Rom dann am Ende dafür sorgen müsse, dass die Kirche in Deutschland nicht aus der Einheit mit der Weltkirche ausschere, wie es ja in dem Brief des Papstes an das Gottesvolk in Deutschland stehe, „in eine gewaltige Frustration.“

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Das Wort ,Zäsur’ ist der Kirche fremd

Wenn Bischöfe wie der Essener Oberhirte Franz-Josef Overbeck von einer Zäsur sprächen, die die die kommende Bischofssynode in Rom darstellen würde, und das dann zugleich auf den „Synodalen Weg“ in Deutschland übertragen, führt das laut Brandmüller zu etwas, das nicht mehr die katholische Kirche ist. „Denn Zäsur ist eine Kategorie,“ so der Kardinal „die im Blick auf einen Organismus, auf eine organische Entwicklung, völlig konträr ist. Eine Zäsur mit dem Ergebnis, dass nachher nichts mehr so ist, wie es vorher war, würde das Ende der Kirche bedeuten.“ Das Wesen der Kirche sei vielmehr die Überlieferung des Glaubensguts von den Aposteln bis zur Wiederkunft des Herrn – nicht aber eine fortschreitende Evolution, in der sich das Wesen der Kirche ändere.

Das wäre dann die Kirche Luthers

Auf die Frage, ob die Aufwertung der Rolle der Laien und der Frauen in der Kirchenführung auf ein Ende der Klerikerkirche hinauslaufe, meint Brandmüller weiter, dass sich dann das Kirchenbild von Martin Luther, wie dieser es in seinen Kampfschriften von 1520 gezeichnet hat, realisieren würde. „Für Luther waren alle Getauften als solche schon Papst, Bischöfe und Priester. In der katholischen Kirche handelt dagegen der Priester, der am Altar steht, kraft der sakramentalen Handauflegung in der Weihe ,in persona Christi’, weshalb er auch die Lebensform seines Herrn teilt, das heißt die Ehelosigkeit.“

DT/gho

Wie sich die Ziele der "Reformer" laut Brandmüller auf das kirchliche Leben auswirken würden, erfahren Sie in der aktuellen Ausgabe der "Tagespost".

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