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Vor Amazonas-Synode: Brandmüller verteidigt Zölibat

Mit dem Priestertum werde gefordert, sich auch die Lebensform Christi und seiner Apostel zu eigen zu machen, meint Kurienkardinal Walter Brandmüller. Auch die Behauptung, der Zölibat sei kein Dogma, hält er nicht für schlüssig.
Walter Brandmüller verteidigt Zölibat
Foto: Francesco Pistilli (KNA) | Der deutsche Kurienkardinal Walter Brandmüller hat sich mit eindeutigen Worten für ein Festhalten am priesterlichen Zölibat ausgesprochen

Der deutsche Kurienkardinal Walter Brandmüller hat sich mit eindeutigen Worten für ein Festhalten am priesterlichen Zölibat ausgesprochen. Zölibatsforderungen an Kandidaten der höheren Weihen beruhten nicht einfach auf einem kirchlichen Gesetz, „das durch gesetzgeberischen Akt eines Papstes oder Konzils außer Kraft gesetzt oder abgeändert werden könnte“, schreibt Brandmüller in einem Gastbeitrag für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ (FAZ).

Zölibat is genuiner Inhalt der apostolischen Überlieferung

Auch die oft zu lesende Behauptung, der Zölibat sei kein Dogma, hält der Kardinal für nicht schlüssig. „In der Tat, der Zölibat ist nicht eine Lehre der Kirche. Wohl aber wird die Bereitschaft des Weihekandidaten gefordert, mit dem Priestertum sich auch die Lebensform Christi und seiner Apostel zu eigen zu machen.“ Deshalb sei der Zölibat „genuiner Inhalt der apostolischen Überlieferung“. Dieser Überlieferung komme die gleiche Verbindlichkeit zu wie der Heiligen Schrift, so der 90-Jährige: „Beide enthalten göttliche Offenbarung.“

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Brandmüller versucht auch die in „Reformkreisen“ gängige Ansicht zu entkräften, dass die Praxis der orthodoxen oder mit Rom vereinten Kirchen byzantinisch-orientalischer Tradition ein Modell sei, womit dem Priestermangel im lateinischen Westen abgeholfen werden könnte. Dort wird zwar von den Bischöfen Ehelosigkeit gefordert, nicht aber von Priestern. Diakone gehen daher häufig vor ihrer Weihe ein Ehe ein.

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Brandmüller: An die ostkirchliche Regelung sind Fragen zu richten

Doch an die ostkirchliche Regelung seien Fragen zu richten, so der ehemalige Leiter des Päpstlichen Komitees für Geschichtswissenschaft. Es ist bemerkenswert, dass für die Bischöfe der Zölibat nach wie vor verpflichtend ist, während für die Priester zwar die Ehe gestattet, wohl aber zur Vorbereitung auf die Eucharistiefeier für eine bestimmte Zahl von Tagen eheliche Enthaltsamkeit gefordert wird.“ Hier wirft Brandmüller die Frage auf, ob nicht eine zwischen liturgisch-sakramentalem Tun und ehelicher Geschlechtsgemeinschaft bestehende Spannung zum Ausdruck komme.

Kritik an Amazonas-Synode

Zudem übt Kardinal Brandmüller Kritik an der im Oktober stattfindenden Amazonas-Synode. „Niemand, der die gegenwärtige Situation der katholischen Kirche aufmerksam beobachtet, wird im Ernst glauben, dass es bei der Synode im Oktober wirklich um das Schicksal der Amazonaswälder und ihrer Bewohner – es sind nicht mehr als gerade die Hälfte der Einwohner von Mexiko City – gehen soll.“ „Amazonas“ sei nur das Etikett, der „Geist in der Flasche“ heiße anders: „radikaler Umbau der Kirche nach dem bekannten Programm“.

DT/mlu

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