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Erzbistum Köln distanziert sich von Priesterausbilder

Nachdem der Priesterausbilder Pater Romano Christen aufgrund eines Vortrags zum Thema „Homosexualität“ in die Kritik geraten war, stellt das Erzbistum Köln klar, dass die Ansichten des Paters nicht denen des Kölner Erzbischofs Woelki entsprechen.
Debatte um Äußerungen zu Homosexualität im Erzbistum Köln
Foto: Henning Kaiser (dpa) | Der Kölner Generalvikar Hofmann betonte, dass man im Erzbistum Köln großen Wert darauf lege, Fragen der Sexualität in der Priesterausbildung „intensiv und vorurteilsfrei“ zu thematisieren.

In der Debatte um Äußerungen zu Homosexualität hat sich das Erzbistum Köln von seinem Priesterausbilder Pater Romano Christen distanziert. Generalvikar Markus Hofmann erklärte, die von Christen geäußerten Ansichten entsprächen nicht der Auffassung des Kölner Erzbischofs, Kardinal Rainer Maria Woelki. „Der Kardinal, der sich derzeit als Präsident des Heilig-Land-Vereins in Israel aufhält, wird nach seiner Rückkehr ein Gespräch mit Pater Romano Christen führen und dabei seinen Standpunkt deutlich machen“, so Hofmann einem Bericht des Kölner Domradios zufolge.

Pater Christen: Homosexualität "Folge einer psychologischen (Fehl)Entwicklung

Pater Romano Christen, Direktor des Bonner Theologenkonvikts Collegium Albertinum, war wegen eines Vortrages zu Homosexualität in die Kritik geraten. Darin soll er laut der „Süddeutschen Zeitung“ dargelegt haben, dass Homosexualität nicht angeboren sei, sondern „die Folge einer psychologischen (Fehl)Entwicklung“. Bei homosexueller Liebe handele es sich weniger um „die reale Begegnung mit einem Du“, sondern um „eine narzisstische Sucht“. Daher könnten Männer mit „tief sitzender homosexueller Tendenz“ nicht geweiht werden.

Der Kölner Generalvikar Hofmann betonte nun, dass man im Erzbistum Köln großen Wert darauf lege, Fragen der  Sexualität in der Priesterausbildung  „intensiv und vorurteilsfrei“ zu thematisieren „und dabei den neuesten Stand wissenschaftlicher Erkenntnisse darzustellen“. In Zusammenarbeit mit externen Spezialisten sei man im Begriff, neue Bausteine der Ausbildung zu schaffen, so Hofmann laut „domradio.de“. Diese sollten den Kandidaten für das Priesteramt eine offene und klare Reflexion über ihre eigene Sexualität, aber auch zu sexualwissenschaftlichen Fragen ermöglichen. Dies solle „ungeachtet der jeweiligen sexuellen Orientierung zu einer reifen Persönlichkeit und einem natürlichen Selbstvertrauen beitragen“.

Pater Christen räumt Unzulänglichkeit seines Vortrags ein

Pater Christen hatte nach der Kritik bereits eingeräumt, sein Vortrag sei „unzulänglich“ gewesen und „mitunter vielleicht auch so formuliert, dass er Missverständnisse allzu leicht ermöglicht“. Das habe er in den letzten Tagen in vielen Gesprächen gelernt. „Es war nicht meine Absicht, homosexuelle Menschen zu verletzen.“ Er halte Homosexuelle nicht für „krank“, habe das allerdings im Vortrag auch nie so gesagt. In der Berichterstattung sei untergegangen, dass er größtenteils Standpunkte Dritter referiert habe, so Christen. Aber wichtiger ist mir klarzustellen, dass nach meiner Überzeugung jeder Mensch Respekt verdient und niemand wegen seiner sexuellen Orientierung herabgewürdigt werden darf.“

DT/mlu

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