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Eine Reform zur rechten Zeit im Erzbistum Köln

Jünger, unabhängiger, vielfältiger: Die Reform des Diözesanpastoralrats im Erzbistum Köln hebt sich positiv vom Reformdschungel im deutschen Katholizismus ab.
Reform des Diözesanpastoralrats im Erzbistum Köln
Foto: Pixabay | Im neuen Diözesanpastoralrat werden weniger Mitglieder als bisher auf der Gehaltsempfängerliste des Erzbistums Köln stehen.

Die Erneuerung des Kölner Diözesanpastoralrats hebt sich positiv vom Reformdschungel im deutschen Katholizismus ab, bei dem mitunter das Kirchenrecht auf der Strecke bleibt. In puncto Synodalität hat der künftig 51 Mitglieder umfassende Rat mehrere Pluspunkte zu bieten: Neben den 9 geborenen Mitgliedern können ab November mehr junge, fremdsprachige und außerhalb der kirchlichen Blase lebende und arbeitende Katholiken den Erzbischof beraten. Im neuen Diözesanpastoralrat werden weniger Mitglieder als bisher auf der Gehaltsempfängerliste des Erzbistums Köln stehen. Auf diese Weise reduziert das Gremium die Gefahr, im eigenen Saft zu schmoren, der Hauptamtliche durch Mitgliedschaften in mehreren Gremien und Räten mitunter ausgesetzt sind.

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Ein Losverfahren verschafft neue Zugänge für 18 Mitglieder, unabhängig von Netzwerken und einschlägiger Gremienerfahrung; Sechs von ihnen werden unter 30 sein. Neben den 18 entsendeten Mitgliedern kann der Erzbischof sechs Mitglieder frei ernennen und damit Stimmen stärker gewichten, die in der Beratung andernfalls fehlen würden – etwa Frauen und Menschen mit Migrationsgeschichte. Durch Los, Entsendung und Berufung wird im September und Oktober ein neues Gremium gebildet, das sich im November zur konstituierenden Sitzung trifft.

Mehr Laien beraten

Dass in Zukunft nur noch zwei Diözesanratsmitglieder im Diözesanpastoralrat vertreten sind, liegt durchaus in der Konsequenz des Synodalitätsprinzips: Je mehr Laien sich an der Beratung der Diözesanleitung beteiligen, desto besser. Das im Rahmen des Synodalen Wegs vielzitierte Stichwort „Macht abgeben“ ist nicht einseitig auf Kleriker zu beziehen: Auch Laien können ihren Beitrag leisten und Gremienhuberei vermeiden. Die Erfahrungen bei Pfarrgemeinderatswahlen zeigen landauf, landab, wie groß die Reserviertheit unter jungen und fremdsprachigen Gläubigen gegenüber kirchlichen Gremien ist. Warum? Wer nachfragt, stellt fest, dass die überaus deutsche Einrichtung von Laienräten Gläubigen, die aus anderen Kulturkreisen ins Land der Deutschen ziehen, aus ihren Ortskirchen nicht bekannt ist. In vielen Räten bleiben deutschen Laien und die Generation 50plus unter sich.

Mit dem Status quo muss sich das Erzbistum nicht abfinden, denn gerade in den größeren Städten lebt der Katholizismus von den Neuzugängen aus der Weltkirche. Gläubige aus anderen Ländern bringen andere Erfahrungen mit, von denen das kirchliche Leben hierzulande profitieren kann. Daher liegt der Gedanke, Neues auszuprobieren und neue Köpfe als Berater zu gewinnen, in der Konsequenz des Synodalitätsverständnisses von Papst Franziskus. Denn das Kernproblem des Kölner Diözesanrats ist seine Basisferne. Selbst praktizierenden Katholiken bleibt der Diözesanrat oft fremd.

Unsinniger Vorwurf

Der Vorwurf des Machtmissbrauchs, dem sich die Kölner Bistumsleitung ohne stichhaltige Begründung ausgesetzt sieht, überzeugt nicht. Statt Evaluation und sachlicher Argumente setzen die Kritiker des Bistums auf Provokation und Beleidigung: Der unsinnige DDR-Vergleich, zu dem sich Maria 2.0 verstieg, schadet den Aktivistinnen mehr als dem Erzbistum. Letztlich kommt der Diözesanrat nicht um die Erkenntnis umhin, dass die Reform zur rechten Zeit kommt.

Die Nachrichtenlage fordert Einsicht und Augenmaß von den Kölner Laien: Nachdem der langjährige Vorsitzende des Kölner Diözesanrats, der Solinger Oberbürgermeister Tim Kurzbach (SPD), in diesen Tagen ein Disziplinarverfahren gegen sich selbst beantragt hat und in die Machenschaften einer Schleuserbande verwickelt sein soll, hoffen die Gläubigen am Rhein auf einen Neuanfang der Laien, die sie vertreten sollen.

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