Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Eichstätt

Bischof Hanke legt Amt nieder

Gregor Maria Hanke zieht sich nach fast zwei Jahrzehnten aus der Leitung des Bistums Eichstätt zurück.
Bischof Hanke zieht sich in die Seelsorge zurück
Foto: Imago/Friedrich Stark | Nach fast zwei Jahrzehnten im Amt zieht sich Bischof Gregor Maria Hanker in die Seelsorge zurück.

Bischof Gregor Maria Hanke hat am Pfingstsonntag sein Amt als Bischof von Eichstätt niedergelegt. Wie das Bistum Eichstätt auf seiner Webseite mitteilt, geht der 70-Jährige auf eigenen Wunsch in den vorzeitigen Ruhestand. Papst Franziskus hatte den Rücktritt bereits vor Ostern „nunc pro tunc“, also auf einen damals noch nicht festgelegten Termin, angenommen.  Der Vatikan bestätigte die Annahme nun offiziell.

Lesen Sie auch:

In einer persönlichen Erklärung nennt Hanke seine Beweggründe. Nach über 30 Jahren in Leitungsverantwortung, davon 13 Jahre als Abt von Plankstetten und fast 19 Jahre als Bischof, sei für ihn nun die Zeit gekommen, „loszulassen“. Seine Entscheidung sei das Ergebnis eines geistlichen Ringens. „Am Pfingstsonntag lege ich mein Amt in die Hände des Heiligen Vaters zurück“, so Hanke. Er wolle künftig als einfacher Pater Gregor in der Seelsorge wirken.

Innere Ermüdung

In einem Schreiben an die Mitarbeiter des Bistums sprach Hanke offen über die Belastungen seiner Amtszeit. Die Auseinandersetzung mit Missbrauchsfällen, Konflikten in der Universitätsleitung sowie ein Finanzskandal hätten ihn tief geprägt. „Ich will nicht verhehlen, dass ich eine innere Ermüdung spüre“, schreibt er. Die Gespräche mit Betroffenen sexuellen Missbrauchs hätten ihn besonders erschüttert.

Er betont zugleich seine Sehnsucht nach geistlicher Nähe und Einfachheit. Künftig wolle er keine bischöflichen Insignien mehr tragen und keine Pontifikalfunktionen übernehmen, es sei denn, sein Nachfolger bitte ihn ausdrücklich darum.

Die offizielle Verabschiedung erfolgt am 6. Juli beim Willibaldsfest. Auf eine große Abschiedsfeier verzichtet Hanke bewusst. „Angesichts der gegenwärtigen Lage der Kirche erachte ich einen schlichten Abschied als angemessene Form“, so der scheidende Bischof. DT/jna

Katholischen Journalismus stärken

Hat Ihnen dieser Artikel gefallen? Stärken Sie katholischen Journalismus!

Unterstützen Sie die Tagespost Stiftung mit Ihrer Spende.
Spenden Sie direkt. Einfach den Spendenbutton anklicken und Ihre Spendenoption auswählen:

Die Tagespost Stiftung-  Spenden

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischöfe Bistum Eichstätt Gregor Maria Hanke Missbrauchsaffären Papst Franziskus Päpste Seelsorge

Weitere Artikel

Vor dem Landgericht München II müssen sich zwei Angeklagte wegen Untreue und Bestechlichkeit verantworten. Der ehemalige Bischof Gregor Hanke sagt als Zeuge aus.
11.02.2026, 11 Uhr
Meldung
ZdK-Präsidentin Irme Stetter-Karp beklagt fehlende Antworten Roms auf Schreiben des Synodalen Weges. Tatsächlich hat der Vatikan mehrfach reagiert.
02.02.2026, 16 Uhr
Dorothea Schmidt

Kirche

Peter Kohlgraf ist „gerne Bischof von Mainz“, könnte sich aber wohl auch den DBK-Vorsitz vorstellen. Zumindest geizt er vor der Wahl nicht mit geschickten Positionsbestimmungen.
13.02.2026, 15 Uhr
Jakob Ranke
Nach Treffen zwischen Fernández und Pagliarani lässt der Vatikan verlauten: Bischofsweihen würden ins Schisma führen. Stattdessen soll ein Dialog theologische Differenzen klären.
12.02.2026, 15 Uhr
Guido Horst
Die Gebote sollen keine Überforderung sein, sondern ein Hilfe für die Christen, ihre eigene Berufung zu leben. Christsein ist schließlich kein Moralismus.
14.02.2026, 21 Uhr
Martin Grichting