Synodaler Weg

Bischof Dieser: Sündenbegriff bei Homosexualität „fragwürdig“

Homosexualität sei keine „Panne Gottes“ sondern „gottgewollt“, so der Aachener Bischof kurz vor Beginn der vierten Synodalversammlung.
Helmut Dieser nimmt Stellung zu homosexuellen paaren in der Kirche
Foto: Christoph Hardt (imago stock&people) | Helmut Dieser nimmt Stellung zu homosexuellen paaren in der Kirche.

Kurz vor dem Beginn der vierten Versammlung des Synodalen Wegs hat der Aachener Bischof Helmut Dieser gegenüber der "Zeit"-Beilage "Christ und Welt" betont, dass er Homosexualität nicht als „Panne Gottes“ sondern vielmehr als „gottgewollt“ verstehe. Die Benutzung des Wortes „Sünde“ in diesem Kontext sei „fragwürdig“.

"Liebe kann nicht Sünde sein"

Sünde impliziere, dass jemand etwas „tut, obwohl er anders könnte“. Er führte weiter aus: „Wenn es aber um Liebe geht, um diese Spielart der Liebe, die ja dann eine erotische Form ist, wenn der Leib Ausdruck dieser Liebe wird und die Sprache dieser Liebe, dann denke ich: Liebe kann nicht Sünde sein.“

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Auch homosexuelle Paare könnten sich gegenseitig die Treue halten und sich einander anvertrauen. Das implizierte kein Problem für die Nachfolge Jesu. Man rede ja „nicht von Polyamorie, sondern von verbindlichen Paarbeziehungen“. 

Seine eigene Meinung habe sich im Laufe der Entwicklung des deutschen Synodalprozesses stark verändert, so der Aachener Bischof. In seiner Diözese würden Seelsorger homosexuelle Paare segnen. Ausschlaggebend sei die Gewissensbefragung der einzelnen Amtsträger, eine allgemeine Erlaubnis des Bischofs gebe es nicht.

Die Glaubenskongregation hatte im vergangenen Jahr noch einmal erklärt, dass die Kirche nicht die Befugnis habe homosexuelle Paare zu segnen. Der Papst hatte dieser Feststellung sein „Einverständnis“ gegeben. DT/jmo

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