Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Osnabrück

Bischof Bode warnt vor innerkirchlichem Streit

Die Kirche müsse Neues bauen, um die Botschaft der Christen glaubwürdiger vorzuleben. Dabei Helfe die neue Grundordnung des kirchlichen Arbeitsrechts.
Bischof Bode relativierte auf dem Neujahrsempfang des Bistums Osnabrück seine Kritik an Papst Franziskus.
Foto: Friso Gentsch (dpa) | Bischof Bode relativierte auf dem Neujahrsempfang des Bistums Osnabrück seine Kritik an Papst Franziskus.

Der Osnabrücker Bischof, Franz-Josef Bode, hat einige Meldungen korrigiert, nach denen er von den Reformen des Papstes „enttäuscht“ sei. Das würde nicht zutreffen. Er sei aber „ernüchtert“. Das bemerkte Bischof Bode beim Neujahrsempfang der Diözese am Sonntag gegenüber der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA).

Lesen Sie auch:

Er selbst habe die Möglichkeit gehabt mit Papst Franziskus ausführlich über „alle drängenden Probleme“ zu sprechen. Die Kirche dürfe sich inmitten der vielen Krisen nicht zerstreiten und nicht den Blick nach außen verlieren. Selbst wenn es innerkirchlich so scheine, als würde kein Stein auf dem anderen bleiben, müsse Neues gebaut werden. Die Botschaft der Christen würde so glaubwürdiger unter den Menschen leben können.

Vertrauen auf das Bistum „ist zerbrochen“

Die Aufarbeitung von Missbrauch dürfe dabei nicht nur Schatten werfen, so Bode. Sie müsse als Motivation genutzt werden. Der Osnabrücker Generalvikar, Ulrich Beckwermert, hatte bereits eine Stimme der Desillusion im Bistum zu Wort gebracht. Seit dem Erscheinen des  Zwischenberichts für das Gutachten zum Missbrauch in der Diözese im September, herrsche „Entsetzen und Enttäuschung gegenüber Bischof und Bistumsleitung; Vertrauen ist zerbrochen“. Das Bistum brauche deshalb zur weiteren Aufarbeitung Betroffene als auch externe Experten, so Beckwermert. Ihnen gebühre Dank, „weil wir alleine es nicht können“.

Für Bischof Bode stelle der Reformprozess des Synodalen Wegs der Kirche in Deutschland, als auch die vom Papst initiierte Weltsynode, einen wichtigen Schritt auf dem künftigen Kurs der deutschen Kirche dar. In demselben Licht biete die neue Grundordnung zum kirchlichen Arbeitsrecht der Kirche einen erneuten Anfang. Laut des Osnabrücker Bischof gelte aber weiterhin herauszufinden, was es ab sofort bedeutet, wenn sich Mitarbeiter mit dem Unternehmen Kirche identifizieren sollen. DT/jmo

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Bischof Christen Diözese Franz-Josef Bode Papst Franziskus Synodaler Weg

Weitere Artikel

Der neue Zwischenbericht zur Missbrauchsaufarbeitung könnte ein grelles Licht auf jene werfen, die den Wandel der Kirche vorantreiben wollten.
24.10.2025, 16 Uhr
Dorothea Schmidt
Eine binnenkirchliche Nabelschau, mit gesellschaftspolitischen Unterlassungssünden teuer erkauft: Die Kirche hat mit dem Synodalen Weg die Zeichen der Zeit falsch gedeutet.
30.01.2025, 11 Uhr
Regina Einig
Zwischen Reformanspruch und wachsender Distanz zu Rom: Georg Bätzings Amtszeit an der Spitze der DBK endet mit einer gespaltenen Kirche. Ein Blick auf die vergangenen sechs Jahre.
20.01.2026, 14 Uhr
Dorothea Schmidt

Kirche

Am 20. Januar vollendet der Apostolische Nuntius in Deutschland sein 75. Lebensjahr und muss dem Papst seinen Rücktritt anbieten. Wird Leo XIV. ihn von der Last seines Amtes befreien?
19.01.2026, 18 Uhr
Regina Einig
Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz will sich nicht noch einmal um sein Amt bewerben. Damit wird die DBK Ende Februar einen neuen Vorsitzenden bekommen.
19.01.2026, 14 Uhr
Meldung
Der Kölner Kardinal wirbt zu Beginn der Gebetswoche zur Einheit der Christen für einen ehrlichen Dialog. Leo XIV. ruft zum Gebet für die volle sichtbare Einheit auf.
19.01.2026, 14 Uhr
Meldung