Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Berlin

Bätzing: Benedikt muss sich entschuldigen

Der emeritierte Papst müsse sich über seine Berater hinwegsetzen, meint der DBK-Vorsitzende Bätzing. Seine Erklärungsversuche reichten bislang nicht aus.
Bischof Bätzing: Benedikt muss sich entschuldigen
Foto: Wolfgang Borrs (ARD/NDR Presse und Information) | Auf die Frage, ob er dem Emeritus eine Entschuldigung zutraue, antwortete Bätzing: „Ich traue es ihm zu, wenn er es schafft, sich wirklich von Beratern zu distanzieren.“

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz (DBK), der Limburger Bischof Georg Bätzing, hat den emeritierten Papst Benedikt XVI. erneut aufgefordert, sich für seinen Umgang mit Fällen sexuellen Missbrauchs in der Kirche zu entschuldigen. In der ARD-Talkshow „Anne Will“ erklärte Bätzing am Sonntagabend, Benedikt müsse sich über seine Berater hinwegsetzen und den „schlichen, einfach Satz“ sagen: „Ich habe Schuld auf mich geladen. Ich habe Fehler gemacht. Ich bitte die Betroffenen um Verzeihung. Anders geht das nicht.“

Zueinander der Aussagen ist ein Wirrnis

Der DBK-Vorsitzende kritisierte auch die Stellungnahme des emeritierten Papstes zum jüngst veröffentlichten Münchner Missbrauchsgutachten. Benedikt hatte darin fälschlicherweise behauptete, als Erzbischof von München und Freising 1980 bei einer Ordinariatssitzung nicht anwesend gewesen zu sein, seine Aussage bald darauf jedoch korrigiert. Nach Ansicht Bätzings reichen jene „Erklärungsversuche“ jedoch nicht aus. „Er hat das unterschrieben und musste sich korrigieren. Das Zueinander dieser Aussagen ist ein Wirrnis.“

Lesen Sie auch:

Auf die Frage, ob er dem Emeritus eine Entschuldigung zutraue, antwortete Bätzing: „Ich traue es ihm zu, wenn er es schafft, sich wirklich von Beratern zu distanzieren.“ Es sei „eine Schwäche von Benedikt XVI./Joseph Ratzinger, sich nicht immer mit den besten Beratern zu umgeben“.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Benedikt XVI. Erzbischöfe Georg Bätzing Missbrauchsbericht Erzbistum München und Freising Päpste

Weitere Artikel

Björn Höckes Gespräch im Podcast „Ungeskriptet“ bekommt Millionen Klicks. Da hat es der Kanzler schwerer.
06.05.2026, 16 Uhr
Sebastian Sasse
Von einer, die vom Balkan auszog, um zunächst im indischen Kalkutta und schließlich weltweit den Ärmsten der Armen das Licht Gottes zu bringen.
04.09.2026, 09 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Man wolle man das politische Handeln „kritisch begleiten“: Christliche Kirchen äußern sich zur Landtagswahl. „Schlimme Befürchtungen” seien wahrgeworden.
07.09.2026, 14 Uhr
Meldung
Erzbischof Jesús Sanz Montes solidarisiert sich mit der Bevölkerung von Ceuta – und erinnert an die Bedeutung des Marienheiligtums Covadonga für die christliche Rückeroberung Spaniens.
07.09.2026, 14 Uhr
Meldung
Überraschend praktisch weist Jesus seine Jünger an, wie Konflikte in vier Schritten zu lösen sind.
05.09.2026, 21 Uhr
Kurt Kardinal Koch
Rupniks Mosaike in Lourdes werden nicht mehr enthüllt. Warum der Bischof des französischen Marienheiligtums einen anderen Weg geht als seine Mitbrüder in Fátima und Aparecida.
05.09.2026, 19 Uhr
Regina Einig