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Wie der Krieg in der Ukraine die traditionelle Rollenverteilung bestätigt

Die Stärke des ukrainischen Widerstands gegenüber der russischen Invasion erklärt sich vor allem aus einer traditionellen Auffassung über die unterschiedlichen Aufgaben von Mann und Frau, meint Jean-Michel Delacomptée im Figaro.
Zwei ukrainische Soldaten geben einander einen Handschlag,
Foto: Mohammad Javad Abjoushak (SOPA Images via ZUMA Press Wire) | Zwei ukrainische Soldaten geben einander einen Handschlag, als sie auf einer Straße stehen. Bei nächtlichen russischen Angriffen am 15.03.2022 auf Ziele in der Ukraine sind nach Angaben aus Kiew mehrere Zivilisten ...

Der Krieg in der Ukraine sei von dem klassischen Rollenverständnis der beiden Geschlechter geprägt, stellt der Essayist Jean-Michel Delacomptée in einem Beitrag für den Figaro fest. Die Ukrainer „kämpfen und sterben, um die Heimat wie auch ihre Frauen und Kinder zu verteidigen – nur Frauen und Kindern ist es erlaubt, ins Ausland zu flüchten“.

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Existenzielle Unterschiede

Es empfehle sich daher, über das nachzudenken, „was der Krieg in der Ukraine in Erinnerung bringt, und was Europa aus dem Blick verloren hat“, schreibt Delacomptée. Dass nämlich „die Frauen keine Männer, und die Männer keine Frauen sind. Zwischen den beiden Geschlechtern gibt es existentielle Unterschiede, die in Friedenszeiten überdeckt werden können, in Kriegszeiten jedoch besonders hervorgehoben werden“.

Die Panzersoldaten in der Ukraine sind männlichen Geschlechts. Ihnen oblägen die „blutigen Härten des Gefechts“. Ihnen falle die Bürde zu, die Frauen und die Kinder zu schützen, denen die humanitären Korridore vorbehalten sind. Doch „dies schmälert nichts am Wert der Frauen, an ihrer Tapferkeit, ihrem Einsatz. Gemeinsam mit den Männern demonstrieren sie gegen die Okkupation“. Viele von ihnen beteiligten sich zudem am Einsatz der ukrainischen Streitkräfte, manche sogar mit Waffen in der Hand. „Tragische Zeiten machen stets auf vorrangige Wahrheiten aufmerksam“, kommentiert der Autor.

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Denkweisen ändern

Doch in Frankreich plane Emmanuel Macron – wenn er wiedergewählt werden sollte –, die „Gleichheit“ von beiden Geschlechtern in den Mittelpunkt seiner zweiten Amtszeit zu stellen. Doch es reiche nicht, laut Macron, nur die Gesetze zu ändern. Dem kürzlich von „La République en marche“ (LREM) – deren Präsidentschaftskandidat Macron ist - veröffentlichten Programm zufolge gehe es nun darum, „die Denkweisen zu verändern, und dies in allen Lebensbereichen und allen Generationen“. Das Programm bringt es auf den Punkt: „Die Gesetzgebung hat sich geändert, nun muss sich das Leben ändern“. Delacomptée meint dazu: „Der Kampf des Feminismus scheint ein unendlicher Prozess zu sein“.

Gemeinsamen Willen

Doch angesichts des „Unberechenbaren“ sei nun die Stunde „einer moralischen Wiederaufrüstung“ gekommen, so der Autor weiter, „gegen den ungezügelten Konsumismus, gegen den kindischen Narzissmus, gegen sexuelle Forderungen von absoluten Minderheiten, gegen intersektionelle Hirngespinste, gegen identitäre Spaltungen, gegen eine unkontrollierte Einwanderung, gegen alles, was einen Hyperhumanismus begünstigt oder fördert“.

Denn „der ukrainische Widerstand, der von einem - in einem gemeinsamen Gedächtnis verwurzelten - Patriotismus genährt wird, lehnt auf jeden Fall eine Geisteshaltung ab, die dazu führt, den gemeinsamen Willen zu entkräften, von dessen lebensentscheidender Notwendigkeit tragische Zeiten zeugen, wenn man ihnen mit einer Chance auf Sieg trotzen möchte“, resümiert Delacomptée. DT/ks

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