Geschlechteraufgaben

Im Krieg existieren nur zwei Geschlechter

Von der Ukraine lernen: Der surreale Auswüchse eines vermeintlichen Pazifismus in Deutschland scheint an ein Ende gekommen zu sein.
Ukraine-Konflikt
Foto: Vadim Ghirda (AP) | Mit dem Tod vor Augen gehen ukrainische Männer zu den Verteidigungskräften, um ihre Familien, Frauen und Kinder sowie ihr Land vor dem Angriffskrieg Putins zu schützen.

Sobald Krieg ausbricht, existieren nur noch zwei Geschlechter. Das Sterben auf Kriegsschauplätzen kennt keinen Ruf nach Frauenquoten. Die Bilder von der langen Schlange am Rekrutierungsbüro in der eingekesselten Stadt Kiew zeigen Männer, während Frauen und Kinder außer Landes oder in den U-Bahn-Tunneln in Sicherheit gebracht werden. Noch nirgendwo ist seit Kriegsausbruch der Ruf nach Geschlechtergerechtigkeit im Straßenkampf erklungen oder nach Quotenplätzen für queere „Soldat*innen“.

„Der surreale Pazifismus unseres Landes hat zu einer Lage geführt,
in der Männer, die noch bereit sind, ihr Land und ihre Liebsten zu verteidigen,
sich als Sexisten und Mörder in Uniform beschimpfen lassen müssen.“

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Man muss als Frau den ukrainischen Mann lieben, der noch mit großer Selbstverständlichkeit Familie und Land verteidigt, ohne vorher nach einer gender-neutralen Toilettenanlage zu fragen. Gerade zeigt sich im Angesicht des Ukraine-Krieges ein altbewährtes Schema, das zumindest im Osten Europas weder in Frage gestellt noch abgelehnt wird: Männer verteidigen Land, Frau und Kinder. Danke, dass es so etwas noch gibt, während sich im deutschen Twitter-Land gerade haufenweise Expertinnen für „feministische Außenpolitik“ tummeln, deren größte Gefahrenlage bislang im Rückwärtseinparken ihres SUV bestand und die mit ihren Master-Arbeiten in „Wandel des Männerbildes im Fokus der Geschlechterforschung“ glauben, eine Berufsausbildung zu besitzen.

Die in der westlichen Friede-Freude-Eierkuchen-Welt viel gescholtene „toxische Männlichkeit“ ist in Wahrheit jene, die das „schwache Geschlecht“ beschützt, wenn es darauf ankommt und im Zweifel dabei umkommt. Exemplarisch steht gerade für diesen Männer-Typus der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj, der unerschütterlich in der Hauptstadt bleibt und sein Land verteidigt. Seine Antwort auf das Angebot, sich als Staatsoberhaupt außer Landes in Sicherheit bringen zu lassen: „Ich brauche Munition, keine Mitfahrgelegenheit.“ John Wayne hätte es nicht besser sagen können. Es existieren aus seinem Vorleben als Komiker und Schauspieler alberne Fotos und Videos. 2006 gewann er die ukrainische Version der TV-Show „Let`s Dance“, gerade gewinnt er die Herzen seines Volkes und der Welt. Seiner Verwaltung trug er auf, statt ihn als Präsidenten, lieber ihre Familienfotos an die Bürowand zu hängen: Damit sie immer vor Augen hätten, für wen sie das hier alles tun.

Absurde politische Entscheidungen für die Bundeswehr

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Nahezu absurd muten hingegen jene Luxus-Debatten an, die sich die Deutsche Bundeswehr in den vergangenen Jahren geleistet hat, anstatt sich für den Ernstfall vorzubereiten: Vom schwangerentauglichen Panzer Puma, über Spiegel in den Spinden, Frauenquoten für Führungskräfte bis hin zu Sicherung der Toleranz für Schwule und Transsexuelle. Wir können von Glück reden, dass wir nicht angegriffen werden, denn wir wären komplett erledigt.

Während also nur noch die Bobbycars vor der Kasernen-Kita einsatztauglich sind, punktete die Deutsche Bundeswehr stattdessen mit der Existenz der ersten „Transgender-Kommandeurin“ der Bundeswehr, die mit einem überdimensionalen Regenbogen-Einhorn am Panzer verabschiedet wurde und erst im Herbst in einem ausführlichen Interview davon erzählte, wie sie sich gerne bei „sexpositiven Partys“ in Darkrooms „vögeln“ lässt. Die Russen wären sicher beeindruckt. Der surreale Pazifismus unseres Landes hat zu einer Lage geführt, in der Männer, die noch bereit sind, ihr Land und ihre Liebsten zu verteidigen, sich als Sexisten und Mörder in Uniform beschimpfen lassen müssen.

SPD und Grüne wären aus ideologischen Prinzipien gegen die derzeitige Politik

Während nun im Sekundentakt linkspolitische Überzeugungen im Angesicht eines echten Krieges über den Haufen geworfen werden, Deutschland 100 Milliarden für Rüstung ausgeben will, Waffenlieferungen an bedrängte Nationen plötzlich möglich sind und sogar die Rückkehr zur Wehrpflicht und zur Atomenergie neu gehandelt werden, kann man nur dankbar sein, dass wir derzeit von einer linken Koalition regiert werden. Denn wären SPD und Grüne in der Opposition, würden sie aus Prinzip gegen alles ankämpfen, was sie jetzt durch den Aufprall in der Realität selbst beschließen müssen. „Für wen würdest du sterben“ – die Frage hatte ich im Angesicht der Kriegslage dieser Tage bei Twitter in den Raum gestellt. Nahezu im Sekundentakt hagelte es die immer gleiche Antwort: Familie, Land, Glaube. Wenigstens der Durchschnittsbürger tickt noch völlig normal.

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