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Wie Christen in Afrika besonders unter Corona leiden

In Ländern südlich der Sahara wird Christen immer wieder die Schuld an der Corona-Krise zugeschoben, berichtet das Hilfswerk „Open Doors“. Die derzeitige Situation würde gezielt ausgenutzt werden, um Christen anzugreifen.
Provisorisches Corona-Krankenhaus in Nairobi
Foto: Dennis Sigwe (SOPA Images via ZUMA Wire) | „Diese Zeit der Coronavirus-Pandemie ist in vielerlei Hinsicht eine sehr unsichere und schwierige Zeit für die verfolgte Kirche in unserer Region“, zitiert Open Doors einen für Ostafrika zuständigen Mitarbeiter.

Christen in Ländern südlich der Sahara leiden oftmals doppelt unter der Corona-Pandemie und ihren Folgen. Das zeigt das christliche Hilfswerk Open Doors an einigen Beispielen auf. Aus Somalia, Uganda und Burkina Faso gibt es demnach Berichte, wonach Christen die Schuld an der Corona-Krise zugeschoben wird. So rief die aus Somalia stammende islamistische Miliz Al Shabaab dazu auf, sich vor Infektionskrankheiten wie dem Coronavirus zu hüten, die „durch die Armeen der Kreuzritter (gemeint sind Christen), die in das Land eingedrungen sind“, verbreitet würden. In einigen Ländern würde man nach Angaben von Open Doors die derzeitige Situation ausnutzen, um Christen gezielt anzugreifen – teilweise unter dem Vorwand,  sie als Verursacher der Pandemie bekämpfen zu müssen.

Diskriminierung bei der Verteilung staatlicher Hilfe

Das in Kelkheim ansässige Hilfswerk beruft sich auf  Informationen lokaler Mitarbeiter. In den Berichten ist auch von Diskriminierung bei der Verteilung staatlicher Hilfen die Rede. Christen aus dem im nördlichen Nigeria gelegenen Bundesstaat Kaduna würden sechsmal kleinere Nahrungsrationen von der Landesregierung erhalten als muslimische Familien. In Äthiopien gebe es Berichte von christlichen Konvertiten, denen selbst enge Angehörige die Unterstützung verweigerten. Einige Familien seien deshalb vom Hunger bedroht. Auch in anderen Ländern würden ehemalige Muslime aufgrund ihrer Entscheidung für den christlichen Glauben von ihren Familien und der traditionellen Gemeinschaft ausgeschlossen.

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Schwierige Zeit für die verfolgte Kirche

„Diese Zeit der Coronavirus-Pandemie ist in vielerlei Hinsicht eine sehr unsichere und schwierige Zeit für die verfolgte Kirche in unserer Region“, zitiert Open Doors einen für Ostafrika zuständigen Mitarbeiter. Hinzu kommt: Neben der prekären Versorgungslage fehlt Christen islamischer Herkunft aufgrund der Ausgangsbeschränkungen auch die seelische und geistliche Unterstützung anderer Christen, mit denen sie derzeit keine Gemeinschaft haben können. Ihr oft noch junger Glaube werde so auf eine harte Probe gestellt, betont das Hilfswerk.

DT/chp

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