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Wahlen entscheiden über Zukunft der Menschenrechte in Indien

Das katholische Hilfswerk „Missio Aachen“ fordert stärkeren Einsatz für Religionsfreiheit in Indien. Der Westen soll auch Gespräche mit den Religionsgemeinschaften suchen.
„Missio Aachen“ fordert die Bundesregierung auf, den Umgang Modis Regierung mit Religionsfeindlichkeit offener zu kritisieren.
Foto: IMAGO/Hindustan Times (www.imago-images.de) | „Missio Aachen“ fordert die Bundesregierung auf, den Umgang Modis Regierung mit Religionsfeindlichkeit offener zu kritisieren.

Das katholische Hilfswerk „Missio Aachen“ fordert von der deutschen Regierung einen stärkeren Einsatz für die Religionsfreiheit in Indien, wo zwischen 19. April und 4. Juni ein neues Parlament gewählt wird. Meinungsforscher rechnen mit einem Sieg der hindunationalistischen Regierungspartei BJP von Premierminister Narendra Modi. „Indien hat sich zu einem der wirtschaftlich und geostrategisch wichtigsten Länder der Welt entwickelt. Es ist wichtig, dass Deutschland gute Beziehungen zu dem Land pflegt. Gleichzeitig muss die Bundesregierung bei politischen Treffen die prekäre Lage der religiösen Minderheiten in dem mehrheitlich hinduistischen Land noch entschiedener ansprechen“, so Pfarrer Dirk Bingener, Präsident von „Missio Aachen“.

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Kritik wird als westlich-koloniale Politik empfunden

Insbesondere Christen, Muslime und Sikhs leiden unter gewalttätigen Übergriffen von Hindunationalisten, die von den staatlichen Behörden nicht verhindert und nur unzureichend geahndet werden. „Der indische Staat muss die Unversehrtheit von Leib und Leben der Menschen sowie den Schutz der Siedlungen und religiösen Stätten von Muslimen, Christen und den Angehörigen anderer nicht-hinduistischer Religionen garantieren. Es geht hier um elementare Menschenrechte. Darauf muss die Bundesregierung bei politischen Gesprächen die BJP und Modi hinweisen, auch öffentlich“, fordert Bingener. Derartige Kritik an der Menschenrechtslage empfinden Teile der indischen Politik und Gesellschaft jedoch als Fortsetzung einer westlich-kolonialen Politik.

Politische Analysten warnen vor einer Entwicklung Indiens zu einem religiös-autoritären Staat und sehen die gesellschaftliche Vielfalt und Demokratie in Gefahr. Die anstehenden Parlamentswahlen können in dieser Hinsicht entscheidende Weichenstellungen sein. „Die Bundesregierung sollte auch das Gespräch mit der politischen Opposition und Zivilgesellschaft in Indien nicht vernachlässigen. Wir sehen mit Sorge, dass das Auswärtige Amt und das Entwicklungsministerium die Vertreterinnen und Vertreter der indischen Kirchen oder anderer Religionen kaum in ihren zivilgesellschaftlichen Dialog einbeziehen“, kritisiert Pfarrer Bingener im Namen von „Missio Aachen“. DT/red

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