Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Kommentar um "5 vor 12"

Versöhnung statt Spaltung

Glaube und Vernunft gehören zusammen. Das gilt auch für den Schutz des menschlichen Lebens, wo klare Argumente zählen. Aggressivität ist hier fehl am Platz.
Schutz des menschlichen Lebens verlangt einfühlsames Vorgehen
Foto: (www.imago-images.de) | Der Schutz des menschlichen Lebens verlangt einfühlsames Vorgehen und gute Argumente.

Vernunft und Glaube scheinen unter Christen mitunter zu feindlichen Brüdern geworden zu sein, wenn es um Lebensschutzthemen geht. Gerade unter praktizierenden Gläubigen schadet dieser Mangel der kirchlichen Verkündigung und auch dem Apostolat derer, die unaufgeregt für die kirchliche Lehre über das menschliche Leben eintreten. Die Frage, was man öffentlich noch zum Recht auf Leben sagen kann, beschäftigt viele Kirchgänger, seitdem sich in den sozialen Netzwerken ein Shitstorm über einen Ordensmann in Ostdeutschland ergoss, der an Weihnachten unmissverständliche Predigtworte über das christliche Familienbild fand.

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Starke Argumente

Dass sich die Klarheit in der Verkündigung und im Apostolat mit der Tugend der christlichen Klugheit paaren muss, bleibt ein hoher Anspruch. Ein wohltuendes Kontrastprogramm zu dem Geifer, den Getaufte mitunter gegen andersdenkende Mitchristen verbreiten, bot die jüngste Onlineschulung der Lebensrechtsorganisation Alfa. Der Liturgiewissenschaftler Cornelius Roth, der Görlitzer Bischöfe Wolfgang Ipolt und Cornelia Kaminski boten starke Argumente zu den hochemotional besetzten Themen Lebensschutz und Liturgie. Deutlich wurde, dass Versöhnung das Leitmotiv christlichen Lebensschutzes ist. Die Kirche hält die Tür offen für alle, die abgetrieben haben und ebenso für jene, denen nicht klar ist, dass die katholische Kirche kompromisslos für das Lebensrecht des Menschen eintreten muss.

Keine Aggressivität

Cornelius Roth und Bischöfe Ipolt bedienten mit keiner Silbe die Fehlvorstellung, Aggressivität gegen den kirchenpolitischen Gegner sei im Lebensschutz tolerabel und appellierten auch nicht an Katholiken, die nicht auf dem Boden des Lehramts stehen, besser aus der Kirche auszutreten. Zudem zeigen die Vorschläge für Segensfeiern für Mütter und Ungeborene sowie eine stärkere Präsenz des Themas Lebensschutzes in liturgischen Feiern, dass lehramtstreue Katholiken nicht reformfeindlich sind. Das gemeinsame Gebet für den Schutz des Lebens bietet hier zweifellos Spielräume für morgen.

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Regina Einig Bischof Cornelia Kaminski Glaube Katholikinnen und Katholiken Lebensschutz

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