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US-Präsidentschaftswahlen: Joe Biden kündigt Kandidatur an

Umfragen zufolge gilt der ehemalige Vizepräsident bislang als aussichtsreichster Bewerber, um im nächsten Jahr gegen US-Präsident Donald Trump anzutreten. Wie sich Biden in für Katholiken wichtigen Fragen positioniert.
Joe Biden kündigt Kandidatur an
Foto: Anders Wiklund (TT NEWS AGENCY) | Wenn man Donald Trump acht Jahre im Weißen Haus gewähre, werde dieser den Charakter der USA „für immer und grundlegend“ verändern, warnte Joe Biden in dem Video, mit dem er seine Präsidentschaftskandidatur ankündigte.

Der ehemalige US-Vizepräsident Joe Biden bewirbt sich offiziell um das Amt des Präsidenten bei der Wahl 2020. Dies gab der 76-Jährige am Donnerstag in einem auf Youtube veröffentlichten Video bekannt. Damit wird das aus bereits mehr als 20 potenziellen Kandidaten bestehende Bewerberfeld der Demokraten um einen weiteren prominenten Namen erweitert. Umfragen zufolge gilt Biden bislang als aussichtsreichster Bewerber, um im nächsten Jahr gegen den republikanischen US-Präsidenten Donald Trump anzutreten.

"Wir befinden uns in einem Kampf um die Seele dieses Landes"

Der politisch erfahrene Biden, der mehrere Jahrzehnte für den US-Bundesstaat Delaware im Senat saß, nannte die rechtsextremen Ausschreitungen in Charlottesville im Bundesstaat Virginia ausschlaggebend für seine Entscheidung. Bei dem Aufmarsch weißer Nationalisten war eine Frau ums Leben gekommen, als ein Rechtsextremer sein Auto in eine Gruppe von Gegendemonstranten steuerte.

„Wir befinden uns in einem Kampf um die Seele dieses Landes“, erklärte Biden in seinem Video. Wenn man Donald Trump acht Jahre im Weißen Haus gewähre, werde dieser den Charakter der USA „für immer und grundlegend“ verändern, warnte der Demokrat. Dabei könne er nicht tatenlos zusehen.

Biden gilt als Vertreter des gemäßigten Flügels der Demokraten

Joe Biden gilt als Vertreter einer moderaten Linie innerhalb der Demokratischen Partei, die sich zur Zeit in internen Flügelkämpfen befindet. Mehrere Stimmen fordern, einen dezidiert linken Kurs zu verfolgen, um sich klar von Trump und den Republikanern abzugrenzen. Biden hingegen betonte, Trump-Wähler für die Demokraten zurückgewinnen zu wollen. Im direkten Duell gegen Donald Trump werden ihm die besten Chancen auf einen Sieg zugesprochen.

Dass Biden die parteiinternen Vorausscheidungen für sich entscheiden kann, ist jedoch keinesfalls sicher. Mit jungen Kandidaten wie beispielsweise dem Texaner Beto O'Rourke oder dem Afghanistan-Veteran Pete Buttigieg befinden sich Bewerber im Rennen, die für ein jüngeres, frisches Image der Demokraten stehen. Der Politik-Veteran Biden, der acht Jahre Vizepräsident unter Barack Obama war, entspricht in dieser Hinsicht eher dem Gegenteil.

2015 unterstützte Biden die Einführung der Homo-"Ehe"

Biden ist zwar Katholik, jedoch ist es ihm Laufe seiner Karriere immer wieder schwer gefallen, seine politischen Positionen mit den Lehren der katholischen Kirche in Einklang zu bringen. Beispielsweise beim Lebensschutz: Als er 1973 in den Senat einzog, übte Biden noch Kritik am Gerichtsurteil „Roe vs. Wade“, das die Straffreiheit von Abtreibungen im ersten Trimester garantiert. Im Laufe der Jahre änderte er seine Haltung und gilt nun als Abtreibungsbefürworter. Die katholischen US-Bischöfe kritisierten den ehemaligen Vizepräsidenten daher immer wieder. Zudem unterstützte Biden die Einführung der Homo-„Ehe“ in den USA im Jahr 2015.

Gleichzeitig spricht sich der langjährige Senator für eine umfassende Reform der Einwanderungsgesetze aus und kritisierte die Trump-Regierung für ihren harten Umgang mit Migranten an der Grenze zu Mexiko. Bei hispanischen Wähler, die zu einem großen Teil katholischen Glaubens sind, ist Biden daher weitaus populärer als der amtierende US-Präsident, der einen Anti-Einwanderungskurs vertritt.

DT/mlu

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