Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Politik

US-Kongress beschließt Hilfe für christliche Dörfer in Nahost

Das US-Repräsentantenhaus verabschiedet ein Gesetz, das zerstörten christlichen Dörfern im Irak und in Syrien Hilfe beim Wiederaufbau zusichert.
Hilfe für Christen in Nahost
| Das Gesetz sieht vor, religiöse und säkulare Organisationen mit finanziellen Mitteln zu versorgen, die in der Region humanitäre Hilfe für ethnische und religiöse Minderheiten leisten und auf eine Stabilisierung ...

Zerstörte christliche Dörfer und Gemeinden im Irak und in Syrien dürfen in Zukunft auf Unterstützung von den USA hoffen. Das US-Repräsentantenhaus hat nun ein Gesetz verabschiedet, das ihnen Hilfe beim Wiederaufbau zusichert. Nachdem das Gesetz zuvor schon den Senat passiert hatte, fehlt nur noch die Unterschrift von Präsident Trump. Dieser hat bereits seine Zustimmung angekündigt.

Die Zustimmung im Kongress fiel einstimmig aus

Eingebracht wurde das parteiübergreifende Gesetz vom republikanischen Abgeordneten Chris Smith. 47 Kongressabgeordnete beider Parteien waren an der Initiative beteiligt. Auf Seiten der Demokraten arbeitete die Abgeordnete Anna Eshoo federführend auf die Verabschiedung des Gesetzes hin. Die Zustimmung im Repräsentantenhaus fiel einstimmig aus.

Das Gesetz mit dem Titel „Iraq and Syria Genocide Relief and Accountability Act“ sieht vor, kirchliche und säkulare Organisationen mit finanziellen Mitteln zu versorgen, die in der Region humanitäre Hilfe für ethnische und religiöse Minderheiten leisten und auf eine Stabilisierung hinarbeiten. Zudem soll es der Regierung von Präsident Trump ermöglichen, die Ursachen zu bekämpfen, die die Menschen in der Region zum Verlassen ihrer Heimat zwingen.

Kolumbusritter loben politischen Willen, religiöse Minderheit in Nahost zu schützen

Darüber hinaus sollen Organisationen unterstützt werden, die polizeiliche Untersuchungen gegen Anhänger des sogenannten „Islamischen Staates“ anstellen, die sich im Irak Kriegsverbrechen sowie Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gemacht haben. Bei der Fahndung nach den Tätern soll es zu einer intensiveren Zusammenarbeit mit den Geheimdiensten ausländischer Regierungen kommen.

Carl Anderson, Vorsitzender der amerikanischen katholischen Laienorganisation der Kolumbusritter, deutete die einstimmige Unterstützung aller Kongressabgeordneten als Zeichen dafür, dass die Antwort der US auf den Völkermord an Christen im Nahen Osten über parteipolitische Interessen hinausgehe. Er lobte den „enormen politischen Willen“, religiöse Minderheiten in der Region zu schützen. Anderson trat bei einer Anhörung zu dem Gesetz im Kongress auf.

DT/mlu

Die Hintergründe zu diesem Thema finden Sie in der Wochenausgabe der Tagespost. Kostenlos erhalten Sie die Zeitung hier.

Themen & Autoren
Donald Trump Kongress der Vereinigten Staaten Kongressabgeordnete Säkularisation Wiederaufbau

Weitere Artikel

Über das Potenzial liberaler Theologie: Magnus Striet, Georg Essen und Stefan Orth schwebt eine anschlussfähige Zunft vor – Antworten auf zentrale Fragen bleiben sie schuldig.
13.08.2026, 09 Uhr
Elmar Nass
Die Mullahs in Teheran haben ihre Überlebensfähigkeit und ihren Widerstandswillen soeben bewiesen. Dennoch dreht Donald Trump gefährlich an der Eskalationsschraube.
23.03.2026, 16 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Künstliche Intelligenz kann Daten verarbeiten, aber keine Verantwortung übernehmen. Papst Leo XIV. verteidigte in „Magnifica Humanitas“ die menschliche Urteilskraft.
01.11.2026, 09 Uhr
Christoph Fehring
Es gibt ab Samstag neue US-amerikanische Selige: Fünf Franziskaner, die 1957 von Ureinwohnern in Georgia ermordet wurden. Der Grund: Sie verteidigten die monogame Ehe.
31.10.2026, 05 Uhr
Claudia Kock
Halloween wurde zum Filmthema – und machte den Grusel-Tag hierzulande populär. Ein Horrorfilm spiegelt gesellschaftliche Verhältnisse und hinterfragt Selbstverständliches.
31.10.2026, 11 Uhr
Fabian Bell
Ist es falsch, dass die Kirche sich gegen die Todesstrafe stellt? Nein, denn jeder Mensch hat eine unantastbare Würde. Und zwar nicht erst seit Papst Franziskus.
29.10.2026, 21 Uhr
Maximilian Welticke