Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Lemberg

Ukrainischer Historiker: Putin ist absolut unberechenbar

Der Westen dürfe die Ukraine nicht alleine lassen, so der Lemberger Historiker Andriy Mykhaleyko. Der russische Angriff habe die schlimmsten Befürchtungen bestätigt.
Ukraine-Konflikt - Protest in Rom
Foto: Alessandra Tarantino (AP) | In Rom lebende Ukrainer protestieren mit Schildern, die den russischen Präsidenten Putin zeigen, in der Nähe der russischen Botschaft.

Angesichts der russischen Kriegshandlungen gegen die Ukraine hat der Lemberger Historiker Andriy Mykhaleyko eine geschlossene Unterstützung des Landes von Seiten der westlichen Staatengemeinschaft gefordert. „Man darf die Ukraine nicht alleine stehen lassen“, erklärte er gegenüber der Tagespost.

Putin ist alles zuzutrauen

Die Lage in der Ukraine werde mit jedem Tag dramatischer, beklagte Mykhaleyko, der auch griechisch-katholische Priester ist. Trotz aller Warnungen der letzten Tage und Wochen habe niemand mit einer solchen Situation gerechnet. Nachdem sich derzeit „die schlimmsten Befürchtungen bezüglich eines Angriffs auf die Ukraine bewahrheiten“, so der Historiker, wage er keine Prognose über die weiteren Entwicklungen abzugeben.

Lesen Sie auch:

Das Handeln von Russlands Präsident Wladimir Putin kommentierte er mit den Worten: „Es hat sich jetzt gezeigt, dass der Mann im Kreml absolut unberechenbar ist. Ich hoffe sehr und bete darum, dass es zu keinem großen Krieg kommt.“ Putin scheine jedoch momentan alles zuzutrauen zu sein.   

Die Stimmung in der Bevölkerung sieht Mykhaleyko geprägt von Angst, aber auch Entschlossenheit: Einerseits hätten viele Menschen Angst, „weil sie ja nicht abschätzen können, wie lange dieser Krieg dauern und welche Folgen er haben wird“. Andererseits seien ebenfalls viele fest entschlossen, „alles Mögliche zu tun, um ihre Heimat zu verteidigen“.  DT/mlu

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen.

Themen & Autoren
Meldung Kriegshandlungen Russische Regierung Wladimir Wladimirowitsch Putin

Weitere Artikel

Der russische Autokrat sieht die Bürger seines Landes als homogenen Volkskörper, der im Gleichklang mit dem Führer zu handeln und zu denken hat. 
12.08.2026, 11 Uhr
Stephan Baier
Schützt Religionsfreiheit auch Kriegshetzer und Kollaborateure? Oder dürfen sich Staaten gegen geistlich getarnte Agenten fremder Mächte wehren?
19.07.2026, 07 Uhr
Stephan Baier

Kirche

Der eskalierende Streit zwischen Kirche und Regierung beschädigt die Autorität beider Seiten und spaltet ein Land, das von unfreundlichen Nachbarn umgeben ist.
14.08.2026, 17 Uhr
Stephan Baier
Katechismuslesen reicht nicht: Warum der Abtprimas der Benediktiner, Jeremias Schröder, der Mutter Jesu große Bedeutung für seinen Glauben beimisst.
14.08.2026, 15 Uhr
Esther von Krosigk
In Obertshausen erinnert neuerdings eine Statue an den Kirchenlehrer Johannes vom Kreuz und an den spanischen Wallfahrtsort Caravaca de la Cruz.
14.08.2026, 09 Uhr
Oliver Gierens
Tod in der Arena oder lebendig begraben im Bergbau? Im dritten Jahrhundert wurden auch Päpste zu Märtyrern. Der 13. August ist der Gedenktag des heiligen Papstes Pontianus.
12.08.2026, 21 Uhr
Claudia Kock
Wer und was in deutschen Bistümern willkommen ist, zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit der traditionellen lateinischen Messe und der Priesterbruderschaft St. Pius X.
11.08.2026, 20 Uhr
Jakob Naser