Logo Johann Wilhelm Naumann Stiftung Politik

SPD: Einigung mit Union zum Werbeverbot für Abtreibungen steht noch nicht fest

Der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, weist darauf hin, dass seine Partei nicht zwangsläufig dem Votum der CDU folgen werde.
Prozess gegen Ärztin
Foto: Boris Roessler (dpa) | Mit einem Transparent fordern Demonstrantinnen vor dem Amtsgericht in Gießen (Hessen) die Abschaffung des Paragrafen 219a. Im Gericht muss sich die Ärztin Kristina Hänel verantworten.

Für die SPD ist eine Einigung in der Frage einer Änderung des Werbeverbots für Abtreibungen noch nicht ausgemacht. Es sei „mitnichten so, dass wir dem CDU-Votum folgen werden“, sagte der Parlamentarische Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Carsten Schneider, am Mittwoch in Berlin. Die SPD stehe inhaltlich den eingebrachten Gesetzentwürfen von Grünen, Linken und der FDP deutlich näher. Der Bundestag hatte am vergangenen Donnerstag über die entsprechenden Anträge debattiert. Während Grüne und Linke sich für eine Aufhebung des Paragrafen aussprechen, plädiert die FDP für eine Reform. Union und AfD sind gegen eine Änderung. Ihren eigenen Antrag, der ebenfalls eine Streichung vorsieht, hatte die SPD nicht eingebracht, weil sie nach eigenen Angaben nach einem Kompromiss mit der Union sucht. Schneider regte an, nach fraktionsübergreifenden Lösungen zu suchen.

Anlass für die Debatte ist der Fall der Ärztin Kristina Hänel. Das Amtsgericht Gießen hatte sie Ende vergangenen Jahres wegen unerlaubter Werbung für Schwangerschaftsabbrüche zu einer Geldstrafe verurteilt. Es berief sich dabei auf den Paragrafen 219a im Strafgesetzbuch. Dieser untersagt „das Anbieten, Ankündigen oder Anpreisen“ von Schwangerschaftsabbrüchen aus finanziellem Vorteil heraus oder wenn dies in „grob anstößiger Weise“ geschieht. Hänel hat dagegen Berufung eingelegt.

DT/KNA

 

Die Printausgabe der Tagespost vervollständigt aktuelle Nachrichten auf die-tagespost.de mit Hintergründen und Analysen. Kostenlos erhalten Sie die aktuelle Ausgabe

Themen & Autoren
Alternative für Deutschland CDU Carsten Schneider Deutscher Bundestag FDP SPD Schwangerschaftsabbruch

Weitere Artikel

Weder Kanzlertausch noch Kanzlersturz: Warum die Machtzentren der CDU den Bundeskanzler weiter stützen und was sie dafür nun von ihm erwarten.
23.09.2026, 14 Uhr
Stefan Rehder Sebastian Sasse
Vor 50 Jahren trat die Zweite Reform des § 218 StGB in Kraft. Mit ihr gab der Gesetzgeber die Pflicht des Staates, das Leben ungeborener Menschen zu schützen, de facto auf.
22.06.2026, 07 Uhr
Stefan Rehder
Aus biopolitischer Perspektive war 2025 ein ziemlich ereignisreiches Jahr. Ein analytischer Rückblick.
31.12.2025, 17 Uhr
Stefan Rehder

Kirche

Die Schönstätter Marienschwestern feiern 100-jähriges Bestehen: Die Generaloberin Schwester Joanna M. Buckley erläutert die Ziele ihrer marianisch geprägten Pädagogik.
04.10.2026, 15 Uhr
Regina Einig
Erntedank: Warum wir nicht nur einmal im Jahr für volle Erntekörbe danken sollten, sondern täglich auch für das, was anders kommt als geplant.
04.10.2026, 08 Uhr
Dorothea Schmidt
Sie besucht einen Monat lang die Bistümer Augsburg, Freiburg und Limburg: Die Reliquienreise der heiligen Bernadette steht fest. Auf der Liste stehen 18 Klöster und Kirchen.
01.10.2026, 18 Uhr
Meldung
Wir können uns nicht immer zum Richter über alles aufschwingen. In einem freien Akt der Anerkennung von etwas Größerem wird das Gute für uns sichtbar.
04.10.2026, 19 Uhr
Engelbert Recktenwald