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Sorge vor „Exodus der Christen“ im Süden Libanons

 „Kirche in Not“ sieht Zivilbevölkerung zunehmend unter Druck und ruft zu internationaler Hilfe und Deeskalation auf.
Exodus aus dem Libanon
Foto: IMAGO/Murat Sengul | Kinder sind zwischen den Trümmern zu sehen, wo es am 10. April 2026 in der Hauptstadt Beirut im Libanon infolge israelischer Luftangriffe auf das Gebiet Corniche al-Mazraa zu großflächiger Zerstörung kam.

Nach den jüngsten Angriffen im Süden Libanons hat das internationale katholische Hilfswerk „Kirche in Not“ die Gewalt scharf verurteilt und zum Schutz der Zivilbevölkerung aufgerufen. Wie das Hilfswerk auf seiner Internetseite mitteilt, hätten die erneuten militärischen Auseinandersetzungen im Grenzgebiet zu Israel „zivile Opfer gefordert, Infrastruktur beschädigt und zahlreiche Menschen zur Flucht gezwungen“.

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Der Geschäftsführer von „Kirche in Not“ Deutschland, Florian Ripka, forderte ein entschiedeneres internationales Handeln zur Deeskalation und zum Schutz der Bevölkerung. Sein Appell: „Es braucht jetzt klare Signale: Der Schutz von Zivilisten muss oberste Priorität haben. Gewalt darf niemals als Mittel der Politik akzeptiert werden. Wer Libanon weiter destabilisiert, gefährdet das fragile Gleichgewicht eines ganzen Landes.“

Alltag voller Gewalt und Unsicherheit

Ripka schilderte die Lage im Süden Libanons als von Gewalt und Unsicherheit geprägt. „Es ist nicht hinnehmbar, dass Zivilisten – darunter viele christliche Familien – zwischen die Fronten geraten“, so Ripka weiter. Besonders christliche Gemeinden gehörten zu den verletzlichen Bevölkerungsgruppen der Region: „Viele Christen leben in kleinen Dörfern nahe der Grenze. Sie haben oft weder die Mittel noch die Möglichkeit, sich in Sicherheit zu bringen.“ Bei einer weiteren Eskalation drohe ein erneuter Exodus der Christen. Damit würde nicht nur eine religiöse Minderheit verschwinden, sondern auch ein wesentlicher Bestandteil der kulturellen und gesellschaftlichen Vielfalt Libanons.

Das Hilfswerk steht nach eigenen Angaben in engem Kontakt mit kirchlichen Partnern vor Ort und unterstützt die Bevölkerung weiterhin im Rahmen laufender Projekte, insbesondere durch Nothilfe und seelsorgliche Begleitung. „Kirche in Not“ fördert seit vielen Jahren Hilfsmaßnahmen im Libanon, darunter Unterstützung für bedürftige Familien, pastorale Programme sowie die Ausbildung von Priestern.  DT/dsc 

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