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Ein Wohnzimmer Gottes

Beim Pfingstfestival in Neviges treffen Lobpreis, Workshops und eucharistische Spiritualität aufeinander. Eindrücke eines Wochenendes im Mariendom.
Allerheiligstes
Foto: Imago/Funke Foto Services (Symbolbild) | Für viele Teilnehmer wird der Mariendom in Neviges während der eucharistischen Anbetung zu einem „Wohnzimmer Gottes“.

Was bedeutet es, den Geburtstag der Kirche zu feiern? In Neviges kommen junge Christen an Pfingsten zusammen, um Glauben, Gemeinschaft und Gottes Gegenwart zu erleben. Das Pfingstfestival ist Teil eines Treffens, das zeitgleich an mehr als 30 Standorten in Deutschland, Österreich und der Schweiz stattfindet. Bereits im Vorfeld rechnete die Lorettogemeinschaft aus Salzburg mit mehr als 18.000 jungen Teilnehmern.

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Erfahrungsgemäß nehme etwa die Hälfte am gesamten Programm teil, während die übrigen vor allem zu offenen Programmpunkten wie Lobpreiszeiten und der Heiligen Messe kämen, hieß es in einer offiziellen Pressemitteilung. Unterstützt wurde das Festival zudem von der Stiftung „Anbeten mit Maria“ sowie vom Bonifatiuswerk.

Zu den Programmpunkten gehörte unter anderem das Zeugnis von Kai, der bereits in den vergangenen beiden Jahren am Pfingstfestival teilgenommen hatte. Seine Eltern waren in der ehemaligen Sowjetunion aufgewachsen. Der Tod seiner Großmutter habe ihn in eine tiefe Krise gestürzt – eine Zeit, in der er Gott entschieden ablehnte. Am Ende aber sei es gerade die Liebe gewesen, die Gott für ihn am besten beschreibe.

Gott stiftet Identität

Pater Klaus Einsle von den Legionären Christi erinnerte in seinem Impuls an die denkwürdige Zusammenkunft im Obergemach von Jerusalem vor mehr als 2.000 Jahren. Diese sei auch eine Art Familientreffen gewesen. Gott sei die Liebe und als solcher immer Beziehung, betonte der Ordensmann. Für seinen Sohn Jesus Christus habe Gott sich Schwestern und Brüder gewünscht; in der Kirche werde diese neue Familie sichtbar.

Aufgegriffen wurde dieser Gedanke am Nachmittag auch im Workshop „Unsere Identität als Mann und Frau“ mit Abbé Thomas und Abbé Pauljo aus der Gemeinschaft St. Martin. Besonders greifbar wurde er jedoch am Abend der Barmherzigkeit, der ganz im Zeichen von Vergebung und Versöhnung stand. Im Sakrament der Versöhnung liehen Priester Jesus Christus ihre Stimme.

Spät am Abend wurde gemeinsam um das Kommen des Heiligen Geistes gebetet. Der Mariendom in Neviges wirkte dabei beinahe wie ein Wohnzimmer Gottes – ein Ort, an dem viele die Kirche als geistliche Familie erlebten.

Feuer des Heiligen Geistes

Einen Höhepunkt bildete am Sonntag die Pfingstmesse mit Pater Clemens Neuhoff. In seiner Predigt sprach er über das Feuer als starkes Symbol des Heiligen Geistes und beschrieb vier Eigenschaften.

Zunächst breite sich Feuer schnell aus. „Wenn du wissen willst, was der Heilige Geist braucht, schau dich um“, sagte Pater Neuhoff mit Blick auf die versammelten Gläubigen. Feuer sei zudem ansteckend und könne überspringen – auch darin liege ein Bild für den Glauben.Darüber hinaus könne Feuer unbemerkt brennen. Feuerwehrleute sprächen in solchen Fällen von einem Schwelbrand. Ein solches Feuer, so Pater Neuhoff, brenne auch in uns: das Feuer der Taufe.

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Schließlich habe Feuer eine reinigende Kraft. Ein Schmied reinige Silber, indem er es ins Feuer halte. Erst wenn er sein Spiegelbild darin erkenne, gelte es als gereinigt.Doch Gott, der unsere Schwächen und Verfehlungen kenne, sei ein wahrer Gentleman: Wie schon bei der Ankündigung Christi setze er auch heute unser Einverständnis voraus.

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